Mit Kölsch gegen die AfD
Mit Kölsch gegen die AfD

24.04.2017

Kölner Katholikenausschuss lobt Proteste gegen AfD-Parteitag "Christentum ist politisch"

Der Bundesparteitag der AfD hatte am Wochenende die Stadt so gut wie lahmgelegt. Hannelore Bartscherer vom Kölner Katholikenausschuss zieht ein positives Fazit - auch zur Aktion der Kirchen.

domradio.de: Zehntausende protestierten gegen den Bundesparteitag der AfD in Köln. Rund 4.000 Polizisten haben dafür gesorgt, dass die Aktionen und Demos im Rahmen blieben. Sie waren am Samstag den ganzen Tag unterwegs. Wenn Sie ein Wort finden müssten, um diesen turbulenten Tag zu beschrieben. Welches wäre das?

Hannelore Bartscherer (Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses): Köln hat ein gutes Zeichen gesetzt.

domradio.de: Inwiefern?

Bartscherer: Es war ein Tag, der die Kölnerinnen und Kölner trotz vieler Sorgen und Bedenken zur Demonstration auf die Straße und zur Zeichensetzung in die Stadt gebracht hat. Die Atmosphäre in der Stadt, beim politischen Nachtgebet und Samstagsnachmittag auf dem Grüngürtel - da gab es von den Karnevalisten eine Bühne - war friedlich, fröhlich, hochaufmerksam. Ich fand es ganz erstaunlich, dass es zwischen allen Musiknummern immer wieder politische Statements gab. Die Leute haben zugehört, reagiert, Applaus gegeben, ihre Plakate hochgehalten. Das war schon beeindruckend zu sehen, wie Menschen für ihre demokratische Überzeugung auf die Straße gehen.

domradio.de: Ihre Aktion "Unser Kreuz hat keine Haken" lief im Rahmen der Veranstaltung "Köln stellt sich quer". Warum genau war es wichtig, dass sich die Kirchen daran beteiligen?

Bartscherer: Die Frage "Kann, darf und soll Kirche politisch sein?" ist meines Erachtens falsch gestellt. Christentum ist immer politisch, wenn es gelebt wird. Wenn wir uns für unsere Nächsten einsetzen, berühren wir immer in irgendeiner Form Ziele anderer Kräfte. Dann wird uns vorgeworfen, du setzt dich politisch ein. Nein - Christentum ist politisch von Anfang an. Und deswegen müssen wir für unsere Überzeugung Haltung zeigen und auch unter Umständen auf die Straße gehen.

domradio.de: Auch wenn es um eine demokratisch gewählte politische Partei geht?

Bartscherer: Ja, selbstverständlich. Wir respektieren jede demokratisch gewählte politische Partei in unserem Land. Aber auch da eine eigene Position zu vertreten, muss möglich sein und ausgehalten werden. Das ist ja überhaupt nicht strittig. Die Aktionen am vergangenen Wochenende in Köln gingen ja nicht nur gegen einen Bundesparteitag einer bestimmten Partei, sondern es war ja auch das Zeichen: Wir haben Wahlen, informier dich. Überleg dir, was du tust. Es geht nicht nur um NRW. Es geht ja im Herbst auch um Deutschland. Und sieh zu, was im Umfeld, in Europa passiert. Das sind alles Signale, die auch ausgegangen sind.  

domradio.de: Sie waren ja schon im Vorfeld bei uns. Dabei haben Sie gesagt, dass es ja nicht nur um das Wochenende gehe - ein Zeichen setzen, könne man auch jederzeit in seiner eigenen Gemeinde. Sich im Dialog für Solidarität und Miteinander einzusetzen und Haltung zu zeigen, das sei wichtig. Wie ist das denn konkret umsetzbar?

Bartscherer: Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass in den einzelnen Kirchengemeinden auch solche Themen präsent sind. Es ist ja im Vorfeld an die Kirchengemeinden eine Information herausgegangen - auch über das vergangene Wochenende. Ich glaube, dass wir als christliche Kirche, immer da wo wir leben, immer da, wo unser Glaube stattfindet, uns einfach bewusst sein müssen: Wie tickt unsere Gesellschaft, welche Verpflichtungen haben wir und wie gehen wir persönlich damit um? Egal wo.

Das Gespräch führte Tobias Fricke.

(dr)

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