Papst Franziskus und Evo Morales während einer Privataudienz am 6.9.13
Papst Franziskus und Evo Morales während einer Privataudienz am 6.9.13

19.04.2017

Boliviens Präsident richtet sich in Abtreibungsdebatte an Kirche Botschaften des Papstes für das Leben

Boliviens Regierung plant eine weitgehende Abtreibungslegalisierung. In der Abtreibungsdebatte beruft sich der linke Staatspräsident Evo Morales auf "die Botschaften von Papst Franziskus".

In der Abtreibungsdebatte in Bolivien beruft sich der linke Staatspräsident Evo Morales auf "die Botschaften von Papst Franziskus". Wenigstens die Bolivianische Bischofskonferenz und die katholische Kirche müssten den Einlassungen von Franziskus zu den Themen Leben, Gerechtigkeit und Gleichheit Folge leisten, sagte der Sozialist laut Medienberichten am Montag (Ortszeit). Boliviens Regierung plant eine weitgehende Abtreibungslegalisierung.

Künftig sollen Schwangerschaftsabbrüche bis zur achten Woche erlaubt sein, wenn eine Frau in extremer Armut lebt oder obdachlos ist. Zudem soll Abtreibung künftig erlaubt sein, wenn eine Mutter bereits mehr als drei Kinder hat und nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt, um ein weiteres Kind zu versorgen. Auch Studentinnen sollen bis zur achten Woche abtreiben können.

Die Kirche lehnt den Entwurf strikt ab

Nach der achten Woche sollen Schwangerschaftsabbrüche bei medizinischen Indikationen, Missbildungen beim Kind, Vergewaltigungen, Missbrauch innerhalb einer Familie oder Minderjährigkeit der Mutter gesetzlich möglich sein. Die Kirche lehnt den Entwurf strikt ab. Frauenorganisationen lobten die Initiative im Grundsatz, kritisierten sie aber zugleich als nicht ausreichend.

Derzeit werden Schwangerschaftsabbrüche in Bolivien als Straftat geahndet und mit bis zu sechs Jahren Haft bestraft. Einzige Ausnahmen sind eine Gefährdung des Lebens der Mutter oder eine Vergewaltigung bei Minderjährigen. In diesen Fällen ist eine richterliche Erlaubnis erforderlich, um den Abbruch legal vornehmen zu können; diese wird jedoch selten erteilt.

Indirekte Forderung

Morales forderte die Bischöfe indirekt auf, der neuen Regelung zuzustimmen. Er wolle mit der Kirche nicht über Dinge aus der Vergangenheit wie die Inquisition diskutieren, so Morales weiter. Mit Blick auf die aktuelle Position der Bischöfe habe er aber den Eindruck, dass einige in der katholischen Kirche immer noch nicht die Botschaften des Papstes für das Leben und die Menschlichkeit verstanden hätten.

(KNA)

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