Initiative "Pulse of Europe"
Initiative "Pulse of Europe"
Martin Kastler
Martin Kastler

22.03.2017

ZdK würdigt Bürgerinitiative "Pulse of Europe" Flagge zeigen für Europa

Tausende Menschen demonstrieren in diesen Wochen für ein vereintes Europa - in der Bürgerinitiative "Pulse of Europe". Martin Kastler, europapolitischer Sprecher des ZdK, lobt im domradio.de-Interview besonders das Engagement von Christen.

domradio.de: Warum ist es gerade jetzt so wichtig, für Europa aufzustehen?

Martin Kastler (Europapolitischer Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken/ZdK): Ich glaube, wir erleben gerade in Europa Diskussionen, die uns aufrütteln, so dass wir sehen, warum wir in diesem Europa leben und warum es auch ganz viele Menschen gibt, die oft sehr harte Kritik üben. Deswegen ist es wichtig, dass sich diejenigen, die dieses Europa genießen, die dieses Europa kennen und oft auch lieben, gemeinsam aufstehen und Flagge zeigen. Es ist ganz schön, wenn wir in vielen Städten Deutschlands dieses wirklich schöne Symbol der Europafahne wehen sehen.

domradio.de: Und deshalb rufen Sie auch ganz dezidiert Katholiken dazu auf, an diesen Kundgebungen teilzunehmen? Was glauben Sie kann diese Initiative "Pulse of Europe" erreichen?

Kastler: Ich glaube, sie kann ein bisschen das Zeichen in Deutschland setzen, dass wir Deutsche nicht einfach gegen Europa sind, dass wir Europäer sind und dass wir es gerne sind. Dass dabei Christen an erster Stelle mitmachen, ist eigentlich das Wichtige für uns - auch gerade im Zentralkomitee der Katholiken. Wir wollen alle aufrufen, die gerne hier als Europäer leben, ein Zeichen zu setzen, denn oft sind wir die schweigende Mehrheit und lassen uns von einer lauten Minderheit in eine Ecke treiben. Und ich glaube, es ist gut, wenn wir in Deutschland zeigen: Wir sind gerne Europäer!

domradio.de: Sie vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken erinnern in dieser Woche auch an die Unterzeichnung der Römischen Verträge vom  25. März 1957. Warum ist dieser Blick 60 Jahre zurück auch wichtig für die Zukunft Europas?

Kastler: Wenn es draußen etwas stürmisch ist, dann ist es wie in der Natur, dann brauchen die Bäume tiefe Wurzeln. Ich glaube, wir Christen haben auch tiefe Wurzeln und die sind ganz fest verwurzelt im Heute, nämlich in dieser heutigen Europäischen Union. Der Grundstock für diese Europäische Union wurde vor 60 Jahren gelegt. Daran erinnern die Römischen Verträge - an den Mut derer, die damals kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und all den verheerenden Dingen, die passiert sind, am Aufbau mitgewirkt haben. Das war großartig. Wenn wir heute sehen, es stürmt, es gibt Kritik, es gibt auch ein Auseinanderbröseln derjenigen, die meinen, sie könnten außerhalb der EU glücklicher sein, dann glaube ich, ist es auch wichtig, dass wir Christen sagen: Wir stehen zur Europäischen Union und wir wollen sie weiterentwickeln. Wir wollen sie besser machen und wir wollen, dass sie wieder mehr in die Herzen der Menschen geht.

domradio.de: Damals vor 60 Jahren haben die Europäer es ja geschafft, untereinander eine Solidarität aufzubauen. Was würden Sie sagen, wie können wir das schaffen, dass heute diese Solidarität unter den Europäern, auch unter den einzelnen Staaten, wieder neu wachsen kann?

Kastler: Also Solidarität haben wir ja und die wird jeden Tag praktiziert in der EU. Die Mitgliedsstaaten helfen sich gegenseitig. Es gab viele Diskussionen in den letzten Jahren, wenn ich nur an die Frage der Schuldenkrise und auch die Schwierigkeiten damit erinnern darf. Wir sollten uns aber auch an die großen Themen, die auch uns Christen wichtig sind, erinnern: der gemeinsame Umweltschutz, die Frage, wie kann dieses Europa sozialer werden, wie schaffen wir es die Flüchtlings- oder  Migrationsströme in der EU gemeinsam zu meistern? Und natürlich auch die Frage: Können wir in der einen Welt nicht nur als Deutsche, als Holländer oder als Franzosen, sondern als Europäer etwas leisten? Wir sind der größte Geber in der Entwicklungshilfe, aber scheinbar kommt das Geld nicht so gut an, wie es ankommen könnte. Und da glaube ich, sind die positiven Aspekte der Europäischen Union viel zu wenig sichtbar. Es ist ein wirklicher Jammer, dass wir es nicht schaffen, diese besser sichtbar zu machen und deswegen unterstütze ich auch "Pulse of Europe" und sage: Wir Europäer wollen das, wir können es und lassen uns auch das Positive mal zeigen.

domradio.de: Am Samstag ist dann erstmal der große Geburtstag, der Sechzigste. Da kommen dann die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten zu einem Sondergipfel in Rom zusammen. Was erwarten Sie sich davon?

Kastler: Ein starkes Signal, dass man gemeinsam dieses Europa besser machen will - sich nicht in Diskussionen und tausend Papieren verheddern, sondern die großen Fragen gemeinsam anpacken, genau so wie es 1957 war, wo nicht nur in der Vergangenheit gestochert wurde, sondern man nach vorne geschaut und überlegt hat: Was wollen wir gemeinsam erreichen? Ich hoffe auf ein wirklich starkes Signal von diesem Gipfel, dass wir, dass die Staaten in Europa, gemeinsam weitergehen wollen.

Das Gespräch führte Hilde Regeniter.

(dr)

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