"Wie soll es aussehen, unser Land?" - diese Frage stellte Gauck in den Mittelpunkt seiner Abschiedsrede
Bundespräsident Joachim Gauck hält seine Anschiedsrede

12.03.2017

Bundespräsident Gauck ist Gott dankbar für seine Amtszeit "So wahr mir Gott helfe"

Der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt planen zum Ausscheiden Gaucks am kommenden Sonntag in die Kirche zu gehen und Gott zu danken.

"Wir danken dem lieben Gott unter anderem dafür, dass die Zeit hier im Amt ungefähr so verlaufen ist, wie wir es uns erhofft hatten", sagte Bundespräsident Joachim Gauck der "Bild am Sonntag".

Auf die Frage nach seinem politischen Erbe antwortete er: "Es wäre schön, wenn man sich an den Satz erinnern würde: 'Die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung'." Dieser Satz bedeute, dass jeder einzelne Mensch die Potenziale erkennen solle, die er hat, "um etwas aus seinem Leben zu machen und sich für das Gemeinwesen einzusetzen".

Fähig sein, Gutes zu tun

Auch das Land als Ganzes solle davon überzeugt sein, "dass es fähig ist, Gutes zu tun". Die Menschen, so Gauck weiter, sollten sich daran erinnern, "wozu ihr fähig wart und seid. Und leitet daraus ab, nicht bei jedem Sturm gleich wegzulaufen und zu denken, dass das Ende der Welt anbricht."

Gauck nannte auch das Zutrauen der Menschen in ihr eigenes Land "enorm wichtig. Wahrscheinlich betone ich das so sehr, weil ich die Neigung eines Teils der Deutschen kenne, sich schnell ein bisschen schlecht zu fühlen, auch wenn es vielen ziemlich gut geht."

Verantwortbare Form des Zusammenlebens

Dass Gauck und Schadt nicht verheiratet sind, habe bei Staatsbesuchen im Ausland nie zu Beschwerden geführt, berichtete Schadt. In Deutschland selbst dagegen gebe es schon Menschen, "die es nicht gut finden, dass wir ohne Trauschein zusammenleben - und die das, zum Beispiel in Briefen, auch zum Ausdruck bringen".

Gauck ergänzte, sie seien keineswegs Ehekritker, sondern hätten "nur für uns eine Form des Zusammenlebens gefunden, die wir verantworten können, und die auch alle in der Familie mittragen". Er habe sich zunächst fast ein bisschen gewundert, dass die Öffentlichkeit das weitgehend akzeptiert habe: "Es zeigt: In diesen Fragen ist das Land liberaler, es ist toleranter geworden - zum Glück!"

Gauck lobt ehrenamtlichen Einsatz 

Wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit hat Bundespräsident Joachim Gauck noch einmal das ehrenamtliche Engagement unzähliger Menschen im Land gewürdigt. Beim traditionellen Benefizkonzert des Bundespräsidenten sagte das Staatsoberhaupt am Sonntagabend in der Philharmonie Berlin laut Redemanuskript, das Land könne stolz darauf sein, dass Menschen "millionenfach und ganz freiwillig Verantwortung für andere und füreinander übernehmen".

Dies geschehe zum Beispiel in Schulen und Vereinen, in den Kirchen, in der Flüchtlingshilfe, in Sport und Kultur. Ein solcher Einsatz für andere bedeute für die Engagierten selbst eine tiefe menschliche Erfüllung. Die Einnahmen des inzwischen traditionellen Benefizkonzerts des Bundespräsidenten gehen an das Kinderhilfswerk Unicef, dessen Schirmherrin Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt ist.

Gauck wird am kommenden Freitag mit einem Großen Zapfenstreich im Park von Schloss Bellevue in Berlin aus dem Amt verabschiedet. Am Sonntag darauf übergibt er die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Frank-Walter Steinmeier.

(KNA)

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