Frieden für Kolumbien: Kirche soll Verhandlungen begleiten
Kolumbien hofft auch wirklichen Frieden

13.01.2017

Misereor zum Friedensprozess in Kolumbien Frieden muss in der Bevölkerung ankommen

In Kolumbien will sich Bundesaußenminister Steinmeier am Freitag über den Stand der Friedensbemühungen informieren. Das Hilfswerk Misereor mahnt im domradio.de-Interview, vor allem die Bevölkerung müsse vom Friedensvertrag profitieren.

domradio.de: Im vergangenen Jahr ist der Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und den Farc-Rebellen in einer Volksabstimmung abgelehnt worden. Danach fanden neue Verhandlungen statt. Wie sieht es jetzt in dem Land aus - gibt es positive Entwicklungen?

Eckhard Finsterer (Länderreferent für Kolumbien beim katholischen Hilfswerk Misereor): Es gibt positive Entwicklungen. Nach dem ersten Schock - nach der Niederlage bei der Abstimmung - gab es einen zweiten Anlauf, wo die Bedenken, die von verschiedenen Bevölkerungsgruppen vorgetragen wurden, berücksichtigt wurden. Dieser zweite Vertrag ist unterzeichnet worden, inzwischen vom Parlament verabschiedet und befindet sich in der Umsetzung. Das hat auch schon zu ersten positiven Konsequenzen geführt.

domradio.de: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besucht heute den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos. Thema wird natürlich der Friedensprozess sein. Wie kann denn Deutschland dabei unterstützen?

Finsterer: Konkret ist vorgesehen, dass Herr Steinmeier ein deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut eröffnen wird, das Friedensinitiativen in den Regionen unterstützen soll, in denen bisher die Konflikte vorherrschend waren.

domradio.de: Die Rebellen werden gerade in 26 Zonen im ganzen Land zusammengezogen, um ihre Waffen niederzulegen. Steinmeier will in einer dieser Entwaffnungszonen reisen. Wie sieht man das in der kolumbianischen Regierung? Werden Treffen mit den Rebellen eher mit Anspannung verfolgt oder unterstützt man das sogar?

Finsterer: Ich gehe davon aus, dass das eher unterstützt wird. Das Verhältnis der Regierung zu den Farc hat sich sicher weitgehend entspannt. Nach den jahrelangen Verhandlungen und der Einigung ist man sich näher gekommen. Probleme gibt es eher mit der verbliebenen Rebellengruppe ELN, mit der die angekündigten Verhandlungen immer noch nicht begonnen haben.

domradio.de: Die Entwaffnung der Farc-Rebellen hat ja bereits begonnen. Was muss denn jetzt noch passieren, damit wir endlich sagen können: Es herrscht Frieden in Kolumbien?

Finsterer: Neben den Verhandlungen mit der anderen Rebellengruppe muss hergestellt werden, dass sich positive Konsquenzen für die Bevölkerung in den Regionen ergeben, die bisher unter dem Konflikt gelitten haben. Das heißt, dass dort, wo die Farc sich zurückgezogen haben, staatliche Stellen einrücken, dass die Polizei kommt und dass dieses Feld nicht so, wie das momentan läuft, anderen bewaffneten Akteuren überlassen wird - sei es die ELN oder seien es Überreste anderer paramilitärischer Gruppen, die sich auch dort breitmachen.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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