Kardinal Angelo Bagnasco
Kardinal Angelo Bagnasco
Papst Franziskus begrüßt Kardinal Angelo Bagnasco
Papst Franziskus begrüßt Kardinal Angelo Bagnasco

07.12.2016

Neuer Präsident des europäischen Bischofsrats über Flüchtlinge "Bischöfe folgen den Vorgaben des Papstes"

Kardinal Angelo Bagnasco ist jüngst zum Präsidenten des Rats der europäischen Bischofskonferenzen gewählt worden. Im Interview spricht über seine Pläne für das neue Amt und die Umsetzung der "Flüchtlingspolitik" des Papstes.

KNA: Wie sehen Sie ihre künftige Aufgabe?

Kardinal Angelo Bagnasco (Präsident des Rats der europäischen Bischofskonferenzen / CCEE und Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz): Die Aufgabe des CCEE-Präsidenten ist es vor allem, seinen Mitbrüdern - den Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen - zuzuhören. Daraus muss er dann gemeinsam mit ihnen eine ausgewogene und handlungsorientierte Synthese erstellen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es nicht Aufgabe des Rats ist, den nationalen Bischofskonferenzen Weisungen zu geben. Sie sind vollständig autonom.

KNA: Welche Projekte planen Sie als CCEE-Präsident?

Bagnasco: Zentrale Aufgaben denen wir uns stellen müssen sind: Wie kann man Europa neuevangelisieren, wie kann man dem Bildungsnotstand begegnen und die Lage der Flüchtlinge. Unsere Aufgabe ist es, uns für Aufnahme und Integration von Flüchtlingen einzusetzen, wie sie das Evangelium fordert. Selbstverständlich mit Respekt vor den jeweiligen Ländern. Ein weiteres Thema mit dem wir uns beschäftigen müssen, ist die Christenverfolgung.

KNA: Welche Rolle kann die katholische Kirche angesichts der gegenwärtigen Krise Europas spielen?

Bagnasco: Die katholische Kirche hat die Aufgabe, Europa zu ermahnen und ihm dabei zu helfen, sein Fundament wiederzufinden. Das ist nicht nur ein wirtschaftliches oder politisches, sondern vor allem ein kulturelles. Weil die Krise Europas in erster Linie eine spirituelle ist, sind wir als katholische Kirche besonders gefragt.

KNA: Kritiker hielten einigen Bischofskonferenzen, etwa der Polnischen vor, sie würden in der Flüchtlingsfrage mehr ihren eigenen Regierungen als dem Papst folgen. Stimmt das?

Bagnasco: Nein, absolut nicht. Die nationalen Bischofskonferenzen folgen in ihren jeweiligen Ländern und in ihren Bistümern vollkommen den Vorgaben des Papstes, das gilt auch für das heikle Kapitel der Migration. Bischöfe sind keine Politiker, sondern Seelsorger und Hirten. Ihre Aufgabe ist es, die Gewissen zu formen. Dabei müssen sie dem folgen, was das Evangelium sagt und was der Papst als Priorität vorgibt.

KNA: Welche Beitrag kann die katholische Kirche Italiens zur Überwindung der Krise Europas leisten?

Bagnasco: Die katholische Kirche in Italien hat eine historische Besonderheit: Das ist die besondere Nähe zum Heiligen Vater, die geografisch begründet ist. Das ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Verpflichtung, den anderen Ortskirchen etwas von dieser inspirierenden Erfahrung mitzugeben. Zudem kann die Kirche in Italien ihre traditionell große Nähe und Verbundenheit zum einfachen Volk und seinem täglichen Leben einbringen. Unsere Bischöfe und Priester sind auch wegen der oft sehr kleinen Bistümer sehr nah dran an den Leuten. Das kann eine Bereicherung für den europäischen Weg sein.

Das Interview führte Thomas Jansen.

(KNA)

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