Wahlparty nach US-Präsidentschaftswahl
Wahlparty nach US-Präsidentschaftswahl
Bayerns Bischöfe manchmal im Clinch mit der CSU: Bambergs Erzbischof Ludwig Schick
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick

09.11.2016

Weltkirche-Bischof Schick zur USA-Wahl "Beten wir für den Präsidenten"

"Ich bin überzeugt, dass Donald Trump manche seiner Wahlkampfpositionen überdenken wird", sagt Weltkirche-Bischof Ludwig Schick im Interview zur Präsidentschaftswahl in den USA - und ruft zum gemeinsamen Gebet auf.

domradio.de: Wie haben Sie denn das Wahlergebnis aufgenommen?

Erzbischof Ludwig Schick (Erzbischof von Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz): Als nüchterner Beobachter der Politik habe ich das Ergebnis heute Morgen registriert. Wenn jemand demokratisch gewählt ist, dann ist er gewählt. Das muss man auch akzeptieren.

domradio.de: Wir müssen uns aber schon mit dem auseinandersetzen, was dieses Ergebnis für die Zukunft für uns bedeutet, oder?

Schick: Natürlich. Die Politikerinnen und Politiker und natürlich auch die Zivilgesellschaft sind nun aufgefordert, mit dem Präsidenten Trump in Verhandlungen zu treten. Man darf sich auch nicht von dem, was im Wahlkampf alles gesagt wurde, festlegen lassen und keine Bewegungsspielräume mehr sehen, sondern muss jetzt beginnen, zu verhandeln. Man muss mit Trump die wichtigen Themen in Wahrheit und aller Klarheit diskutieren. Die USA ist ein ganz wichtiger Akteur in der Weltpolitik. Da stehen die Fragen der Menschenrechte in vielen Staaten der Welt auf der Agenda.

Ebenso sind Fragen der Entwicklungsziele zu beantworten. Staaten müssen sich entwickeln, damit auf der Welt mehr Gleichheit vorhanden ist und dadurch auch der Frieden gesichert wird. Die Fragen der Klimapolitik, die Fragen der Beendigung von Kriegen beispielsweise in Syrien, im Irak und im Sudan mit anschließender Friedenssicherung müssen angegangen werden. Das muss jetzt mit Trump alles ernsthaft besprochen werden und da muss er auch das einbringen, was Amerika als ein sehr starker Staat in unserer Welt einbringen kann.

domradio.de: Bei welchen Themenbereichen könnte denn der Dialog mit Donald Trump aus Ihrer Sicht schwierig werden?

Schick: Die bisherigen Aussagen zeigen, dass Trump sich in vielen Fragen positioniert hat. Ich bin aber überzeugt, dass er jetzt in seiner Verantwortungsposition manche Dinge noch einmal überdenken muss, zum Beispiel die Fragen der Migration und der Entwicklung mit den Staaten Lateinamerikas. Diese liegen nahe an den USA dran. Lateinamerika und Nordamerika bilden eine Einheit. Da muss er neu denken und neu Position beziehen. Aber auch bei den Kriegen im Nahen Osten ist Amerika beteiligt und trägt Verantwortung. Dem muss sich Trump stellen und das muss mit ihm besprochen werden.

domradio.de: Was bedeutet die Wahl des Republikaners Donald Trump für die katholische Kirche?

Schick: Die katholische Kirche wird auch mit ihm verhandeln. Die Bischöfe Amerikas werden sicherlich ihre Position klar machen und werden dann auch mit den Möglichkeiten, die sie haben, versuchen, das Gespräch mit ihm zu suchen. Vor allem geht es darum, auch die christlichen Werte in die Politik einzubringen. Das haben sie in der Vergangenheit bei den bisherigen Präsidenten versucht und das werden sie auch zukünftig tun. Beten wir doch für den Präsidenten und Amerika, dass alles in eine gute Zukunft führt!

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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