Flüchtlinge in Calais: Räumung am frühen Morgen
Flüchtlinge in Calais: Räumung am frühen Morgen

25.10.2016

Frankreich setzt Räumung des "Dschungels" von Calais fort Rangeleien ohne Verletzte

Wieder verlassen Busse mit Flüchtlingen das nordfranzösische Calais. Die Behörden wollen im Flüchtlingscamp Hütten und Zelte abreissen. Ein Drittel der Menschen hatte das Lager bereits am Montag verlassen.

Die französischen Behörden haben die Räumung des Flüchtlingslagers in Calais am Dienstag fortgesetzt. Auch am zweiten Tag blieb es weitgehend friedlich. Die Behörden wollten mit dem Abriss von Zelten und Behelfsunterkünften beginnen. Dabei würden keine Bulldozer eingesetzt, sagte der Sprecher der Präfektur Pas-de-Calais am Dienstag. Ein Drittel der Migranten hatte das Lager, das unter dem Namen "Dschungel" von Calais bekanntgeworden war, am Montag im Laufe des Tages verlassen. 1918 Erwachsene wurden nach offiziellen Angaben mit Bussen in Aufnahmezentren in andere Regionen Frankreichs gebracht. Zuletzt lebten im dem Camp etwa 6500 Menschen.

400 unbegleitete Kinder und Jugendliche wurden in provisorischen Containern in Calais untergebracht. Nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve hat sich Großbritannien bereit erklärt, alle unbegleiteten Minderjährigen aus Calais aufzunehmen, deren Angehörige sich bereits im Königreich aufhalten. Vor dem Transitzentrum standen am Dienstag wieder Hunderte Flüchtlinge an. Es kam am Tor zu Rangeleien mit der Polizei, dabei gab es aber keine Verletzten, sagte der Präfektur-Sprecher. In der Nacht habe es keine Zusammenstöße gegeben. In den Tagen zuvor war es am Rande des riesigen Flüchtlingscamps zu nächtlichen Ausschreitungen gekommen, bei denen die Polizei auch Tränengas einsetzte.

Kontrollen am Bahnhof

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Ländern wie Afghanistan, Äthiopien, Eritrea und dem Sudan. Viele waren mit der Hoffnung nach Calais gekommen, den Ärmelkanal überqueren und Großbritannien erreichen zu können. Die Regierung will das Entstehen neuer illegaler Camps in Calais und an der Küste verhindern. "Die Ordnungskräfte vor Ort werden Kontrollen durchführen, vor allem an den Bahnhöfen", hatte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve angekündigt.

Die Auflösung soll nach Angaben der Präfektur etwa eine Woche lang dauern. In der Folge könnte auch Deutschland davon betroffen sein. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet mit mehreren hundert Übernahmeersuchen, wie die "Rheinischen Post" (Dienstag) unter Berufung auf Behördenkreise berichtete.

Viele Asylsuchende aus dem Flüchtlingslager von Calais, das derzeit geräumt wird, könnten nach Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Es gehe um mehrere hundert Menschen, die sich auf ihrem Weg nach Frankreich in Deutschland registriert oder hier einen Asylantrag gestellt hätten, berichtet die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf Behördenkreise.

Bitte an Frankreich möglich

Der französische Staat könnte die Bundesregierung bitten, diese Flüchtlinge wieder aufzunehmen, hieß es. Die deutschen Behörden würden diesem Ersuchen vermutlich auch nachkommen. Allerdings hätten die betroffenen Flüchtlinge auch das Recht, gegen ihre Überstellung nach Deutschland vor einem französischen Gericht zu klagen. Nach dem sogenannten Dublin-Abkommen muss ein Asylverfahren in dem EU-Staat abgewickelt werden, in dem sich der Flüchtling zuerst registrieren ließ.

Die Asylsuchenden lagerten bisher in einem wilden Flüchtlingscamp nahe der nordfranzösischen Hafenstadt Calais. Dort waren sie bei dem Versuch gestrandet, nach Großbritannien zu gelangen. Das Bundesinnenministerium hat dem Bericht zufolge noch keine gesicherten Erkenntnisse, ob sich in Calais tatsächlich Flüchtlinge befinden, die zuvor in Deutschland registriert wurden.

Paris könnte Deutschland danach vor allem bitten, Flüchtlinge aufzunehmen, die sich auf dem Weg nach Frankreich zuvor in Deutschland registriert oder einen Asylantrag gestellt hatten.

(dpa, epd)

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

DOMRADIO hören

Laden Sie sich unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Podcast: Der Morgenimpuls von Schwester Katharina

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

WBS-Weggeleit

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 04.06.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Ergebnisse des Koalitionsgipfels
  • Moraltheologe über digitale Kirche
  • USA: Proteste gegen Rassismus und Ungleichheit
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Die Online-Beichte: Gilt sie auch nach der Corona-Pandemie?
  • "Kirche digital": Netzgemeinde DA_ZWISCHEN:
  • "Brrr" und "Määh": Heute beginnt die Schafskälte
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Die Online-Beichte: Gilt sie auch nach der Corona-Pandemie?
  • "Kirche digital": Netzgemeinde DA_ZWISCHEN:
  • "Brrr" und "Määh": Heute beginnt die Schafskälte
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Hygienekonzept für katholische Kinder- und Jugendchöre vorgestellt
  • Dann eben einmal durch NRW: Marathon-Pater will 111 Kilometer laufen
  • Mit Ticket auf dem Roncalli-Platz: Wie feiert Köln Fronleichnam?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Hygienekonzept für katholische Kinder- und Jugendchöre vorgestellt
  • Dann eben einmal durch NRW: Marathon-Pater will 111 Kilometer laufen
  • Mit Ticket auf dem Roncalli-Platz: Wie feiert Köln Fronleichnam?
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Dann eben einmal durch NRW: Marathon-Pater will 111 Kilometer laufen
  • Moraltheologe über digitale Kirche
  • Hygienekonzept für katholische Kinder- und Jugendchöre vorgestellt
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…