Zahl der Katholiken in den USA sinkt
Religion gehört zum Walhkampf in den USA
Der Republikaner Donald Trump
Der Republikaner Donald Trump

13.08.2016

Präsidentschaftsanwärter buhlt um Hilfe bei den Evangelikalen Donald Trump auf dem Weg in den Himmel?

Donald Trump sagt, die Wahl ins Weiße Haus sei seine vielleicht einzige Chance zum Eintritt in den Himmel. In Orlando bat er dafür um Mithilfe der christlichen Rechten.

Orlando, die Heimat von Disney World im Herzen Floridas, gilt auch als ein "Rom der Evangelikalen" - genauer gesagt als eine Bastion der christlichen Rechten. Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Donald Trump suchte sie nun auf, um für Unterstützung im Wahlkampf zu werben. "Für Evangelikale, für Christen, für jeden, der Religion hat, wird das vielleicht die wichtigste Wahl sein, vor der dieses Land jemals stand", appellierte er in gewohnt bombastischen Worten an die 700 zumeist geistlichen Zuhörer.

Der Milliardär versprach den Predigern, er werde die Kirche wieder zu dem machen, was sie einmal war. "Ihr habt eure Stimme verloren", beklagte er den angeblich schwindenden politischen Einfluss der Pastoren. Sie würden von der Regierung daran gehindert, von der Kanzel zu sagen, was sie wollten. "Wir werden euch eure Stimme zurückgeben!"

Trump will Evangelikale mit Steuervorteilen locken

Damit sprach Trump ein Lieblingsthema der Evangelikalen an: den drohenden Verlust ihrer Steuerbefreiung, wenn sie in ihren Kirchen Partei-Wahlwerbung machen. Grundlage dafür ist eine steuerrechtliche Bestimmung, die der frühere demokratische Senator und US-Präsident Lyndon B. Johnson in den 1950er Jahren durchsetzte.

Der nicht gerade als einschlägig religiös bekannte Lebemann Trump setzt das Versprechen neuerdings als Köder für die christliche Rechte ein. Fast die Hälfte seiner 40-minütigen Redezeit in Orlando widmete er diesem Thema. Dabei trat er wie ein Geschäftsmann auf, der zu Unternehmern Gottes spricht.

Umstrittener Kandiat

Falls er die Wahl gewinne und ins Weiße Haus einziehe, "werde ich mein Ding machen, das ich so gut kann", pries er seinen Durchsetzungswillen - und erhielt von den Pastoren stehende Ovationen. "Das ist wahrscheinlich - vielleicht - der einzige Weg, über den ich den Himmel komme. Deshalb mache ich wohl besser einen guten Job."

In der Tat hat Trump bislang ein Problem mit mehreren einflussreichen konservativen Kirchenführern, die ihn als einen Scharlatan brandmarken, der in Wirklichkeit nichts mit Religion am Hut habe. Zu seinen schärfsten Kritikern gehört Russell Moore, der Chef der Ethik-Kommission der Southern Baptist, der größten protestantischen Kirche. Er bezeichnete Trumps Wahlkampf zuletzt als durchsichtig, als "Reality-TV mit moralischem Abwasser".

Geistliche sollen für Trump werben

Den Rest seiner Rede widmete Trump daher seinem Appell an die Pastoren, die Gläubigen im November für ihn zu mobilisieren. Und in einem Seitenhieb auf Mitt Romney, der als republikanischer Kandidat 2012 gegen Barack Obama unterlag, suggerierte er: "Die Religion hat damals nicht für ihn gestimmt." Das habe vermutlich an Romneys Mormonentum gelegen. Genau deshalb habe er, Trump, jetzt selbst Probleme im Mormonen-Bundesstaat Utah.

Tatsächlich liegt seine demokratische Rivalin Hillary Clinton in dem gewöhnlich verlässlich republikanisch wählenden Staat laut jüngsten Umfragen fast gleichauf. "Ihr müsst die Leute in euren Kirchen auf eure Seite ziehen", beschwor Trump seine Zuhörer in Orlando. "Ihr könnt im Herbst etwas Weltbewegendes tun. Ich meine das buchstäblich: weltbewegend. Ihr müsst eure Leute zum Wählen bewegen."

Thomas Spang
(KNA)

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