Wolfgang Schäuble (l.) und Reinhard Kardinal Marx
Wolfgang Schäuble (l.) und Reinhard Kardinal Marx

15.07.2016

Kardinal Marx würdigt Schäuble als überzeugten Europäer Europäischer Sankt-Ulrichs-Preis 2016

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat den Europäischen Sankt-Ulrichs-Preis 2016 erhalten. Der 73-jährige CDU-Politiker nahm die Auszeichnung in der Dillinger Studienkirche entgegen. Die Laudatio hielt Reinhard Kardinal Marx.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stiftete der Protestant an Caritas International für die Flüchtlingshilfe im Nahen Osten. Mit der Auszeichnung wurde Schäuble für seine Verdienste um die Wiedervereinigung Deutschlands und die europäische Einheit geehrt.

Würdigung als überzeugter Europäer

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, würdigte Schäuble als überzeugten Europäer, der aus dem christlichen Glauben heraus lebe. "Ob der Einigungsvertrag wirklich der Höhepunkt seiner Karriere war, diese Frage kann man angesichts der Bedeutung, die Wolfgang Schäuble heute als Bundesfinanzminister in Europa und der Welt hat, durchaus stellen", sagte Marx laut Redemanuskript in seiner Laudatio.

Der Minister stehe für die Haltung, dass Religion politisch sei. Der christliche Glaube fordere zum Engagement für das Gemeinwohl auf, betonte der Bischofskonferenz-Vorsitzende. Schäuble ergänze dies durch die Forderung, man dürfe Religion nicht zur Politik und Politik nicht zur Religion machen. "Das ist eine Warnung, die - in der heutigen Zeit in beide Richtungen auszusprechen - ihre Berechtigung hat." Die ordnungspolitischen Positionen des Finanzministers und seine Überzeugungen als protestantischer Christ hätten in europapolitischen Fragen der Krisenbewältigung viel Positives bewirkt, sagte der Kardinal.

Kein "Europa-Träumer"

Schäuble sei kein "Europa-Träumer", so Marx weiter. "Es geht nicht darum, die europäische Integration als Selbstzweck zu betrachten, wie es viele Kritiker oft denjenigen vorwerfen und als Ideologie unterstellen, die auch in der Krise dem gemeinsamen europäischen Weg das Wort reden." Die Einigung sei vielmehr im Interesse der Nationalstaaten. Die europäischen Völker haben laut Marx eine moralische Verantwortung für die Welt, für die ärmeren Länder und die Begrenzung des Klimawandels.

Den nach dem heiligen Augsburger Bischof Ulrich (890-973) benannten Preis erhielten bereits unter anderen Altbundespräsident Roman Herzog, Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, die Violinistin Anne-Sophie Mutter und der polnischen Ex-Präsident Lech Walesa. Zuletzt war 2014 das Netzwerk "Miteinander für Europa" geehrt worden, das aus 300 christlichen Bewegungen besteht.

(KNA)

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