Malteser versorgen Menschen auf der Flucht

Südsudan: Gewalt eskaliert erneut

Zum fünften Jahrestag der Unabhängigkeit des Südsudans ist die Gewalt in dem Land erneut eskaliert. Am Vorabend des Unabhängigkeitstages kam es in der Hauptstadt Juba zu Feuergefechten. Viele fliehen und die Malteser sind vor Ort.

Schüsse auf den Präsidentenpalast im Südsudan / © dpa (dpa)
Schüsse auf den Präsidentenpalast im Südsudan / © dpa ( dpa )

Die Angst steht ihnen in die Augen geschrieben. Journalisten liegen im Präsidentenpalast in Juba im Südsudan nach Schüssen auf das Gebäude auf dem Boden eines Presseraums. Hier sollte am Freitag eigentlich eine Pressekonferenz des Präsidenten des Südsudans Salva Kiir Mayardit und seinem Stellvertreter Riek Machar, zum fünften Unabhängigkeitsjubiläum abgehalten werden. Zu dieser kam es aber nicht mehr. Denn vor dem Präsidentenpalast kam es mal wieder zu heftigen Gefechten.

Bereits vor zwei Wochen waren Unruhen in der Region Wau, im Nordwesten des Landes, ausgebrochen. Geschätzte 90.000 Menschen, zumeist ohnehin schon mehrfach aus ihrer Heimat Vertriebene, mussten vor der erneuten Gewalt fliehen. Rund 40.000 Vertriebene befinden sich nun in Camps in der Stadt Wau, weitere 40.000 bis 50.000 Personen sind über die umliegenden Dörfer verteilt. Die Malteser kümmern sich um die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Wasser.

Zugang zu sauberem Trinkwasser

"Wir beobachten immer wieder Ausbrüche von Gewalt in verschiedenen Regionen des Landes. Noch vor zwei Wochen mussten wir unseren Standort in Wau auf das UN-Gelände der Stadt verlegen, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter gewährleisten zu können. Sie konnten mittlerweile ihre Arbeit aber wieder aufnehmen", sagt Dr. Justin Sauter, Nothilfekoordinator von Malteser International im Südsudan. Die Malteser werden insbesondere die Verteilung lebensnotwendiger Nahrungsmittel an mehr als 5.000 Vertriebene und die Bohrung neuer Brunnen übernehmen, um den Menschen einen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Insgesamt mussten im Südsudan mehr als 2,5 Millionen Menschen, Flüchtlinge und Vertriebene im eigenen Land, ihre Heimat verlassen. Trotz des im August 2015 abgeschlossenen Friedensabkommens, kommt es in dem Land immer wieder zu Ausbrüchen von Gewalt. "Wir können nur dringend an alle Parteien appellieren, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen. Ohne Frieden gibt es keine Zukunft für die vielen Menschen, die im Südsudan auf der Flucht sind", sagt Roland Hansen, Leiter der Afrikaabteilung von Malteser International. Die internationale Gemeinschaft fordert er auf: "Ein so junger, von Rebellen gegründeter Staat, bedarf der intensiven Unterstützung bei der Nationenbildung und bei der Befriedung der zahlreichen ethnischen Gruppen, die sich von den zwei dominierenden Volksgruppen nicht mitgenommen fühlen."

Malteser International ist seit 1996 im Südsudan tätig. Seit Oktober 2014 setzt die Hilfsorganisation ein Programm zur nachhaltigen Ernährungssicherung in der Region Wau um.

(Malteser)


Quelle:
dpa , DR