Muslime beim Gebet
Muslime beim Gebet

15.06.2016

Laut Studie wachsende Islamfeindlichkeit in Deutschland Gesellschaft zunehmend polarisiert

Laut der "Leipziger Mitte-Studie 2016" hat die Islamfeindschaft in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland deutlich zugenommen. So gab jeder zweite Befragte an, sich durch die Muslime manchmal "wie ein Fremder im eigenen Land zu fühlen".

So heißt es in der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Umfrage. Vor zwei Jahren waren es noch 43 Prozent und 2009 etwa 32,3 Prozent. Rund 41,4 Prozent sprechen sich danach dafür aus, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte. Vor sieben Jahren stimmte dieser Aussage lediglich jeder Fünfte zu.

AfD-Wähler vermehrt gegen muslimische Zuwanderung

Bei den AfD-Wählern ist die Zustimmung mit 85,9 Prozent am größten, bei den Grünen mit 24,7 Prozent am geringsten. Die sogenannte "Leipziger Mitte-Studie 2016" mit dem Titel "Die enthemmte Mitte" untersucht autoritäre und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland. Wissenschaftler der Universität Leipzig führen die Studie seit 2002 in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Otto-Brenner-Stiftung durch. Die Autoren befragten dafür 2.420 Menschen.

Auch gegenüber anderen Minderheiten zeigten sich die Befragten deutlich kritischer als in frühren Studien. So stieg die Prozentzahl derjenigen, die glauben, dass Sinti und Roma zur Kriminalität neigen, von 44,2 auf 58,5 Prozent an. Über 80 Prozent der Befragten wollten zudem, dass "der Staat bei der Prüfung von Asylanträgen nicht großzügig" sein solle. (2009: 25,8 Prozent). Knapp 60 Prozent glauben, dass die meisten Asylbewerber nicht wirklich befürchteten, in ihrem Heimatland verfolgt zu werden. Die Prozentzahl derjenigen, die Homosexualität für unmoralisch halten, ist von 15,7 auf 24,8 Prozent gestiegen. 36,2 Prozent sind laut Studie dafür, dass Ehen zwischen zwei Frauen oder zwei Männern nicht erlaubt sein sollten (2009: 29,4 Prozent).

Wachsende Zustimmung für rechtsautoritäre Diktatur

Zudem befürworten danach mehr Deutsche als in den Vorjahren eine rechtsautoritäre Diktatur. Die prozentuale Zustimmung bewegt sich aber im einstelligen Bereich. So befürworten danach 7,6 Prozent der befragten Ostdeutschen und 4,3 der Westdeutschen eine rechtsautoritäre Diktatur. Vor zwei Jahren waren es 5,6 Prozent bei den Ost- und 3,1 Prozent bei den Westdeutschen. Nach Angaben der Autoren gab es einen Tiefstwert bei der Zustimmung im Jahr 2012 mit 3,5 Prozent. Bei den AfD-Wählern ist die Präferenz für ein rechtsautoritäres System am größten (8,1 Prozent), dann folgen die Nichtwähler (6,9 Prozent), am geringsten ist sie bei den Grünen (4,5 Prozent).

Trotzdem glaubt nach wie vor mit 52 Prozent die Mehrheit der Befragten, dass die Demokratie in der Bundesrepublik funktioniert. (Westdeutsche: 54,1 Prozent; Ostdeutsche 44,3 Prozent). Dieser Wert betrug laut der Umfrage vor zehn Jahren noch 46 Prozent. Je konkreter es allerdings um das demokratische System geht, desto zurückhaltender und ablehnender äußern sich die Befragten. So halten es etwa 26,4 Prozent für sinnlos, sich politisch zu engagieren.

(KNA)

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 22.11.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Einzige Hebammenschule in Köln: Schülerin erzählt über ihre Ausbildung
  • Kirche gegen Klimawandel: Bündnis "Churches for future" stellt sich vor
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • So war der Elisabeth-Empfang in Erfurt
  • Das Judas Thaddäus Projekt in Wuppertal
  • Vatikan-Experte Nersinger zu Kurienkardinal Leo Burke
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • So war der Elisabeth-Empfang in Erfurt
  • Das Judas Thaddäus Projekt in Wuppertal
  • Vatikan-Experte Nersinger zu Kurienkardinal Leo Burke
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Blickpunkt: Caritas-Projekt Babylotse
  • Priesternotruf im Dekanat Hürth vor dem Aus?
  • Heribert Hirte zu Bundesparteitag der CDU
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Blickpunkt: Caritas-Projekt Babylotse
  • Priesternotruf im Dekanat Hürth vor dem Aus?
  • Heribert Hirte zu Bundesparteitag der CDU
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff