Obama: Gedenken in Hiroshima
Obama: Gedenken in Hiroshima

28.05.2016

Japans Bischöfe würdigen Obamas Hiroshima-Besuch Eine positive Überraschung

Die katholischen Bischöfe Japans haben den Besuch von Obama in Hiroshima als "positive Überraschung" gewürdigt. Der Besuch könne dazu beitragen, dass "der Wunsch vieler Japaner nach einer Ächtung von Nuklearwaffen Wirklichkeit werden kann".

Das betonten die Bischöfe in einer Erklärung, wie Radio Vatikan am Samstag berichtete. US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag als erster amtierender US-Präsident Hiroshima besucht. Am 6. August 1945 hatte die US-Luftwaffe eine Atombombe über der japanischen Großstadt abgeworfen, drei Tage später eine zweite über Nagasaki. Nach Schätzungen starben insgesamt mehr als 250.000 Menschen sofort oder teils Jahre später an Strahlenschäden und Verbrennungen.

Atomwaffengegner hatten am Freitagabend enttäuscht auf den Auftritt Obamas in Hiroshima reagiert. Der US-Präsident habe "hohe Redekunst" bewiesen, aber keine konkreten Aktionen gegen Nuklearwaffen angekündigt, kritisierte die in Genf ansässige Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Ihr gehören Organisationen in rund 60 Ländern an, die sich für die Abschaffung aller Atomwaffen einsetzen.

Atomwaffengegner: Trostlose Abrüstungsbilanz

Obama habe zwar 2009 mit einer Rede in Prag Hoffnungen auf einen Durchbruch zur atomaren Abrüstung geweckt, hieß es in einer Erklärung der ICAN. Doch er habe es dann nicht geschafft, auf diesem Gebiet Fortschritte zu erreichen. Vielmehr gehe Obamas Amtszeit mit einer trostlosen Abrüstungsbilanz zu Ende.

"Unter seiner Amtsführung haben die USA die geringste Anzahl von Sprengköpfen seit dem Ende des Kalten Krieges abgebaut", betonte die ICAN. Stattdessen habe Obama "ein riesiges Modernisierungsprogramm genehmigt, bei dem bis zu einer Billion Dollar für die Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Arten von Nuklearwaffen ausgeben werden können". Obamas Entscheidung, Hiroshima zu besuchen, sei "mutig" gewesen. Seine Rede zeige aber, dass offenbar "selbst der fortschrittlichste US-Präsident nicht in der Lage ist, konkrete Resultate nuklearer Abrüstung zu liefern".

(KNA)

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