Taufe der albanischen Flüchtlingskinder in Jena
Taufe der albanischen Flüchtlingskinder in Jena
Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Flüchtlingskind Amelia Keta im Arm, für die er Pate ist
Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Flüchtlingskind Amelia Keta im Arm, für die er Pate ist

24.04.2016

Vierlinge einer albanischen Flüchtlingsfamilie getauft Zukunft ungewiss

Sie sind vor einem halben Jahr in Thüringen geboren. Ihre Eltern sind aus Albanien nach Deutschland geflüchtet. Am Sonntag wurden die Vierlinge getauft. Zu der Zeremonie kam auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Amelia Keta hat wohl keine Ahnung, warum sie am Sonntag hier ist, warum Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sie im Arm hält und was dieses Wasser auf ihrem Kopf eigentlich soll. Sie und ihre drei Geschwister wurden am Sonntag in der evangelischen Kirche im thüringischen Jena getauft. Ramelow war ihr Taufpate. Die Bedeutung dieses Tages wird Amelia wohl später einmal verstehen; dass er der Beginn ihres christlichen Lebenswegs ist und Ramelow sich für ihre Familie einsetzt. 

Doch schauen wir zurück. Die drei Mädchen Olivia, Amelia, Xhesika und ihr Bruder Frederic wurden vor einem halben Jahr im Universitätsklinik Jena per Kaiserschnitt von den Ärzten geholt. Die Vierlinge sind die Kinder von Oltiana und Vebi Keta.

Albanien gilt als sicheres Herkunftsland

Die Eltern sind vor fast einem Jahr aus Albanien nach Deutschland geflüchtet. Sie hatten Sorge um ihre Ungeborenen. Denn die medizinischen Versorgung ist in Albanien nach Meinung von Hilfsorganisationen wie dem "Projekt Albanien" katastrophal. In Albanien gäbe es keine niedergelassenen Ärzte. Medizinische Betreuung erfolge nur in den Spitälern, berichtet die Organisation. "Eine Notfallmedizin existiert ebenfalls nicht. Auf langen Wegstrecken mit desolaten Straßenzuständen sind Kranken- und Verletztentransporte schwierig und riskant. Auch die Betreuung von Schwangerschaften und Entbindungen ist äußerst problematisch." Die Eltern Oltiana und Vebi Keta hatten sie sich große Sorgen gemacht, die Neugeborenen könnten nicht richtig behandelt werden. Inzwischen haben sie sich nach Angaben der Mediziner in Deutschland gut entwickelt.

Der Flüchtlingsfamilie droht indes die Abschiebung, weil Albanien zu den sicheren Herkunftsländern gehört, deren Bürger in der Regel kein Anrecht auf Asyl in Deutschland haben. Auch bei der Taufzeremonie war die drohende Abschiebung der Familie ein Thema. Thüringens Ministerpräsident setzte als einer der Taufpaten ein Zeichen. Er will sich nach Angaben der Staatskanzlei im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten dafür einsetzen, dass die Familie bleiben kann. Die Familie solle eine sichere Zukunft haben.

(dpa, DR)

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