AfD mit Wahlerfolgen
Wie steht die AfD zum Christentum?
Erzbischof Ludwig Schick
Kritisieren den Kurs der AfD: Erzbischof Ludwig Schick...
Reinhard Kardinal Marx
... Reinhard Kardinal Marx...
ZdK-Präsident Thomas Sternberg
...und ZdK-Präsident Thomas Sternberg

21.04.2016

Die AfD, der Anti-Islam-Kurs und das Christliche "Mitglieder einer Partei nicht aussätzig für die Kirche"

Der Islam-Kurs der Alternative für Deutschland schlägt hohe Wellen. Repräsentanten der christlichen Kirchen haben sich zum Teil mit deutlichen Worten geäußert. Aber wie steht die AfD eigentlich zum Christentum?

Der Islam: ein "Fremdkörper". Das Christentum: eine der "Grundlagen unserer Kultur". So sieht es die AfD, die in diesen Tagen mit ihrem Anti-Islam-Kurs eine Welle der Empörung ausgelöst hat. Auch Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche meldeten sich zu Wort. "Einfach jemanden ausgrenzen, weil er eine bestimmte Religion hat, ist nicht christliches Abendland und auch nicht von unserer Verfassung gedeckt", sagte etwa der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

AfD-Programm mit Abgrenzung zum Islam

Im Entwurf des AfD-Programms, das die Partei demnächst beschließen will, ist die Rede von "jüdisch-christlichen und humanistischen Grundlagen unserer Kultur". Die Begriffe "christlich" und "Christentum" kommen in dem mehr als 70-seitigen Papier eine Handvoll Mal vor, oft in Abgrenzung zum Islam. Den Muslimen und ihrer Religion widmet die Partei wiederum mehrere Seiten.

Doch kommt das, was sich die AfD auf ihre Fahnen schreibt, auch gut bei Christen an? Bei den jüngsten Landtagswahlen im März jedenfalls, bei denen die Partei in drei Parlamente einzog, entschieden sich die Christen mehrheitlich für die CDU - waren der AfD aber auch nicht komplett abgeneigt.

Wahlzuspruch auch von Katholiken

In Baden-Württemberg wählten einer Umfrage von ARD/Infratest dimap zufolge 13 Prozent der Katholiken die AfD - von der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zuvor noch in einem Interview gesagt hatte, sie sei "keine Alternative für Deutschland". Den größten Zuspruch erfuhr die Partei mit 19,2 Prozent allerdings von Wählern, die bei der Umfrage "andere/keine" Konfession und nicht katholisch oder evangelisch angaben.

In Sachsen-Anhalt zogen Christen zwar erneut überdurchschnittlich oft die CDU vor, die aber vor allem bei Katholiken an Rückhalt verlor. So hieß es in einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichten Untersuchung weiter, dass Katholiken (17,4 Prozent) und Protestanten (16,9 Prozent) die zweitgrößte Präferenz für die AfD hatten.

Es gibt Christen, die sich in der Partei - auch an deren Spitze - engagieren. So hat sich beispielsweise eine Bundesvereinigung Christen in der Alternative für Deutschland gebildet. Innerhalb der Partei gebe es unterschiedliche Strömungen, sagte der evangelische Theologe Peter Dabrock jüngst im Deutschlandfunk, und warnte vor einer pauschalen Verurteilung der AfD.

So hätten christlich-konservative Kreise in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg Einfluss auf die Parteilinie. Manche fühlten sich angesichts des Wandels etwa des Familienbildes politisch heimatlos, so Dabrock. Es sei nicht sinnvoll, sie in die rechte Ecke zu stellen.

"Mehr Kinder statt Masseneinwanderung"

Stichwort Familie: Die AfD fordert im Programmentwurf zum Beispiel "mehr Kinder statt Masseneinwanderung"; sie will die "Diskriminierung der Vollzeit-Mütter" stoppen und bekennt sich "zur traditionellen Familie als Leitbild". Die AfD wolle nicht als christlich-fundamentalistische Partei erscheinen, so der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler ebenfalls im Deutschlandfunk. So sei der Entwurf des Parteiprogramms "entschärft" worden. Die Frage nach einer Wiedereinführung des Schuldprinzips im Scheidungsrecht werde beispielsweise nicht mehr gestellt.

Keine AfD-Präsenz auf Katholikentag

Christen mit AfD-Sympathie einfach links liegen zu lassen, ist für den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Zdk), Thomas Sternberg, jedenfalls keine Option. "Selbstverständlich sind die Mitglieder einer Partei nicht aussätzig für die Kirche", sagte er im KNA-Interview. "Die AfD wird alles versuchen, um als normale demokratische Partei daherzukommen. Das macht ihre Gefahr aus."

Gleichwohl hatten das ZdK und das Bistum Dresden-Meißen als Veranstalter des 100. Katholikentags Ende Mai in Leipzig beschlossen, keine AfD-Vertreter auf Podien des Christentreffens einzuladen. Dabei werde es auch bleiben, hatte Sternberg im März bekräftigt. Man müsse sehen, wie es mit der AfD weitergehe, so Sternberg im KNA- Interview. "Es kommt darauf an, welche Personen sich durchsetzen. Ich bin weit davon entfernt zu sagen, man verteufelt eine Gruppe pauschal."

Leticia Witte
(KNA)

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