Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Schick
NPD wirbt für AfD-Wahl
NPD wirbt für AfD-Wahl
Trendergebnis der "AfD" im Frankfurter Römer
Trendergebnis der "AfD" im Frankfurter Römer

07.03.2016

Erzbischof Schick hält AfD-Verbot für möglich Die große Unzufriedenheit

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat ein Verbotsverfahren gegen die rechtspopulistische AfD in die Diskussion gebracht. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Jung nennt die Kommunalwahlen in Hessen einen Weckruf.

"Bei der NPD wird jetzt geprüft, ob sie in unserer Demokratie Platz hat. Das wird man bei der AfD vielleicht auch einmal tun müssen", sagte Schick den "Nürnberger Nachrichten". Gegenüber der Partei müsse deutlich gemacht werden, "was unsere demokratischen und christlichen Positionen sind, was geht und was nicht". Der Erzbischof berichtete zugleich von Todesdrohungen rechter Gruppierungen gegen ihn wegen seiner Äußerungen zu Flüchtlingen. Auf seine wiederholte Kritik an Pegida bekomme er "auch heute noch böse Mails".

Mit Blick auf das Flüchtlingsthema plädierte Schick dafür, in den Herkunftsländern deutlich zu machen, dass nicht jeder Mensch Asyl in Deutschland erhalten könne. "Wenn die Menschen aber da sind, müssen wir sie nach Recht und in christlicher Liebe behandeln." Dazu gehöre auch die Rückführung. Diese müsse aber viel schneller gehen. "Wenn wir uns an all das halten, dann stimme ich dem Satz der Kanzlerin zu: Wir schaffen das", so der Erzbischof.

Große Unzufriedenheit mit etablierten Parteien

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung zeigte sich besorgt über das zweistellige Ergebnis der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) bei den hessischen Kommunalwahlen geäußert. Das vorläufige Wahlergebnis von 13,2 Prozent für die AfD sei ein "Weckruf an alle, die eine menschliche und menschenwürdige Politik wollen, sich radikalen Tendenzen entgegenzustellen", sagte Jung am Montag in Darmstadt. Das Ergebnis zeige eine Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien auf, vor allem in der Flüchtlingspolitik.

Im Kern gehe es um die Identität und die Position Deutschlands in einer globalisierten Welt, sagte der Kirchenpräsident. "Gerade in dieser Situation helfen populistische Entweder-oder-Antworten aber nicht weiter." Nötig sei die "faire, offene und demokratische Auseinandersetzung, die auf den Zusammenhalt der Gesellschaft zielt und nicht auf deren Spaltung", mahnte der Theologe.

ZdK sieht Medien in Mitverantwortung

Währenddessen machte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, Medien mitverantwortlich für den Höhenflug der AfD. Er verteidigte in der "Augsburger Allgemeinen" (Montag) den Beschluss des Katholikentags, keine AfD-Vertreter zu Podiumsdiskussionen einzuladen.

Sternberg kritisierte, dass führende Politiker der AfD, etwa Björn Höcke oder Beatrix von Storch, jüngst die Gelegenheit erhielten, in ARD-Talkshows aufzutreten. Ohne diese Auftritte wären diese Politiker nicht so bekannt geworden, so Sternberg. Mit Blick auf das Nein des Katholikentags zu AfD-Auftritten sagte der CDU-Politiker, man müsse Bewegungen, die eine radikal andere Meinung verträten als man selbst, nicht "bekannt machen und adeln, indem man sie zum Gespräch einlädt und ihnen eine Bühne bietet". Das Christentreffen findet Ende Mai in Leipzig statt.

Der Chef des katholischen Laiengremiums stellte sich hinter ein mögliches NPD-Verbot. Menschenverachtende Parteien, die noch dazu den Nationalsozialismus verherrlichten, müssten verboten werden. Damit werde aber nicht das Problem aus der Welt geschafft, dass rechtsradikale Äußerungen in Kreisen hoffähig würden, "von denen ich das nie gedacht hätte". - Sternberg ist seit November 2015 ZdK-Präsident.

 

(KNA, epd)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 18.09.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Erwachsenenfirmung! Warum? Ein Gespräch mit einem Firmling
  • Schuhe an, Rucksack auf, Raus in die Natur: Tag des Wanderns!
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • INRI-Schriftzug als Marke
  • Tag des Wanderns
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • INRI-Schriftzug als Marke
  • Tag des Wanderns
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Polizeiseelsorge zu rechtsextreme Chats
  • Maria 2.0 plant Aktionswoche
  • 77 Tage Ausnahme leben / Corona-Tagebuch im Kloster
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Polizeiseelsorge zu rechtsextreme Chats
  • Maria 2.0 plant Aktionswoche
  • 77 Tage Ausnahme leben / Corona-Tagebuch im Kloster
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Erwachsenenfirmung! Warum? Ein Gespräch mit einem Firmling
  • 77 Tage Ausnahme leben / Corona-Tagebuch im Kloster
  • INRI-Schriftzug als Marke
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Das Heilige Jahr in Santiago de Compostela

Pilgerreise auf dem Jakobsweg mit „ne Bergische Jung“ Willibert Pauels! Jetzt anmelden für Juli 2021!

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…