EU wirkt vor dem Flüchtlingsgipfel zerrissen
EU wirkt vor dem Flüchtlingsgipfel zerrissen
Reinhard Kardinal Marx
Reinhard Kardinal Marx

04.03.2016

Marx: EU in Krise der Solidarität und des Vertrauens Europa als Friedensprojekt

Der Terrorismus ist in Europa angekommen, manche radikalen Entwicklungen sind zu beobachten. Die COMECE Bischöfe beschäftigten sich mit der Frage, wie kann man Frieden in die europäische Gesellschaft bringen kann.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Reinhard Marx, steckt die EU in einer Krise der Solidarität und des Vertrauens. Man müsse sich die Frage stellen, wie Frieden in die Gesellschaft gebracht werden könne, so Marx am Donnerstagabend in Brüssel bei einer Diskussion zum Thema Radikalisierung während der Frühjahrsvollversammlung der COMECE. Auch das Zusammenrücken der Europäer unter dem Eindruck des Terrors könne nur kurzzeitig über die aktuelle Lage hinwegtäuschen.

Beim Studientag unter dem Titel "Die Berufung Europas zur Förderung des Friedens in der Welt" am Donnerstag diskutierten die Bischöfe zunächst mit der Vorsitzenden des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung des Europäischen Parlaments, Anna Elzbieta Fotyga, die neuen Sicherheitsherausforderungen an den südlichen Grenzen der EU, besonders die Situation in Syrien, im Irak und im Nahen und Mittleren Osten. Die Bischofsversammlung äußerte die Überzeugung, dass eine kohärente europäische Friedenspolitik auf den Grundwerten der Union beruhen müsse.

Ein Vision erforderlich

Zudem sind eine Vision und eine Strategie für ihre Umsetzung erforderlich. Pater Sean Healy von Social Justice Ireland legte als Gastredner die theologische Grundlegung der Friedensorientierung dar, die er mit dem Zitat aus dem Alten Testament zusammenfasste: "Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk". Der Direktor Europa und Zentralasien im Europäischen Auswärtigen Dienst, Thomas Mayr-Harting, diskutierte anschließend mit den Bischöfen die geopolitische Lage an den östlichen Grenzen der EU und die Entwicklungen in der Ukraine, in Russland, in Moldau und in Weißrussland.

Moralische Werte für das Zusammenlebens

Am Freitag stand die Migrations- und Flüchtlingskrise im Mittelpunkt der Beratungen. Der Koordinator der ComECE für Flucht, Migration und Integration, Bischof Ägidius Zsifkovics, berichtete den Bischöfen über eine Konferenz in Heiligenkreuz Mitte Februar 2015, an der Bischöfe aus den Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer der Flüchtlinge teilgenommen und die aktuelle Situation besprochen haben.

Der Direktor des Islamischen Zentrums von Großbritannien, Mohammad Ali Shomali, sagte, dass besonders moralische Werte für das Zusammenleben wichtig seien. Die Liebe zu Gott stehe im Zentrum - egal, ob sie von Christen oder Muslimen komme. Er warnte davor, eine Generation von Muslimen zu schaffen, "die sich in ihrem eigenen Land als zweitklassige Bürger fühlen".

Islamfeindlichkeit "auch in einigen christlichen Kreisen"

Der Religionsphilosoph Tomas Halik von der Karls-Universität Prag kritisierte, Islamfeindlichkeit werde "auch von einigen christlichen Kreisen und sogar Bischöfen verbreitet". Es sei gefährlich, wenn kirchliche Hierarchien diese Kräfte unterstützten und eine offene Gesellschaft ablehnten. Heutzutage werde Religion an vielen Orten als Waffe benutzt werde. "Unsere Aufgabe ist es, die therapeutische und heilende Kraft der Religion zu entwickeln", so Halik.

Die Debatte fand im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung der COMECE statt. 28 Geistliche aus den EU-Mitgliedstaaten tagen noch bis Freitagmittag in Brüssel. Thema ist unter anderem die Rolle Europas als Friedensstifter und die Flüchtlingskrise.

(KNA)

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