ZdK-Präsident Thomas Sternberg
ZdK-Präsident Thomas Sternberg

Der Sauerländer Thomas Sternberg, Jahrgang 1952 und Vater von fünf Kindern, leitet seit 1988 die Katholisch-Soziale Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Seit 2005 ist er Abgeordneter im NRW-Landtag. Seit November 2015 ist Sternberg Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

16.12.2015

ZdK-Präsident betont Werte der CDU "Christlich und politisch sind keine Gegensätze"

Die Flüchtlingsfrage stellt die CDU vor große Herausforderungen. Sich in dieser Situation auf die christlichen Werte der Partei zu besinnen, sei "eine gute Sache". Das sagt der ZdK-Präsident und CDU-Politiker Sternberg im domradio.de-Interview.

domradio.de: Am Ende des Parteitags gibt es in Sachen Flüchtlinge eine große Einheit bei der CDU. Ist das fast schon ein historischer Parteitag?

Thomas Sternberg (ZdK-Präsident und CDU-Landtagsabgeordneter in NRW): Es hat zumindest sehr viele gewundert, wie viel Einigkeit da ist. Es zeigt sich andererseits auch: Wenn an die Grundwerte der Partei erinnert wird und daran, warum wir in der Flüchtlingspolitik so stehen, wie wir in der CDU stehen, dann findet das eine große Unterstützung. Ich habe den Eindruck, dass vieles, was da an Kritiken geschrieben wurde, ein Hochschreiben von Differenzen war, die in dieser Form und dieser Schärfe gewünscht, aber so nicht vorhanden waren. 

domradio.de: Gilt diese Einheit auch für die Union insgesamt - also auch für die Zusammenarbeit mit der CSU?

Sternberg: Ich habe als Beobachter der bayrischen Flüchtlingspolitik den Eindruck, als würde in Bayern sehr häufig nach der Devise gehandelt: Rechts blinken und links fahren. Die Bayern haben schon seit Monaten eine der vorbildlichsten Flüchtlingspolitiken aller Bundesländer in Deutschland. Sie haben auch die größte Last zu tragen. Und da wird hervorragende Arbeit gemacht. Man hat den Eindruck, als wenn das mit besonders scharfen Bemerkungen übertüncht würde. 

domradio.de: Ist die Einheit, die es in der CDU bei der Flüchtlingspolitik jetzt offenbar gibt, eine Rückbesinnung auf christliche Werte in der Partei?

Sternberg: Zumindest war es, glaube ich, sehr gut, dass die Delegierten daran erinnert wurden, warum sie in einer solchen Partei sind. Das gehört vielleicht zu Parteitagen hinzu, dass die Mitglieder erfahren, warum sie sich hier engagieren und nicht woanders. Da hat es, glaube ich, sehr gut getan, an die Geschichte der Partei zu erinnern. 

Aber was mich als Präsident des Zentralkomitees natürlich besonders gefreut hat, ist die Erinnerung an christliche Werte und Prinzipien: Dass eben Flüchtlinge in ihrer Würde und ihrem Wert als einzelne Personen angesehen und behandelt werden. Das ist etwas, das wir als Zentralkomitee der Katholiken auch immer wieder parteiübergreifend gesagt haben: Dass es darauf ankommt, die Menschen ordentlich und gut zu behandeln und ihre Würde zu akzeptieren und sie nicht so zu behandeln, als seien sie irgendeine Großgruppe von Flüchtlingen, mit der wir nichts zu tun haben.

domradio.de: Handelt Angela Merkel in der Frage eher christlich als politisch?

Sternberg: Ich glaube, das sind keine Gegensätze. Ich finde, wenn eine Partei den Anspruch hat, eine christliche Partei zu sein, ist es nicht falsch, auf diese Werte und diese Tradition hinzuweisen. Das gilt natürlich nicht nur für die CDU. Das gibt es auch in anderen Parteien. Aber die CDU hat das besonders in ihrem Namen. Und daran zu erinnern halte ich auch für richtig und angemessen. Dann zeigt sich, dass man die Flüchtlingspolitik nicht so diskutieren kann, wie sie gelegentlich auch in Zeitungen diskutiert wird und wie es dann abrutscht in Parolen, die so nicht zutreffend sind. Natürlich gibt es große Probleme, die werden in dem Antrag, die die CDU auf dem Parteitag beschlossen hat, auch nicht beschönigt. Es ist ja auch nicht reduziert auf den Satz "Wir schaffen das". Da ist sehr viel an Gesetzgebung passiert. Sich klarzumachen, dass es Herausforderungen gibt, die historisch zu bewältigen sind, das ist sehr gut. Dass dabei christliche Prinzipien eine Rolle spielen, halte ich für eine gute Sache.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(dr)

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