Bedford-Strohm
Bedford-Strohm

29.10.2015

Internationales Bischofstreffen zu Flüchtlingen "Honeymoon of help"

Bei einer internationalen Konsultation in München haben 35 Bischöfe aus 20 Ländern eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen angemahnt. Die Geflohenen dürften nicht mehr von einem Land zum anderen geschoben werden.

Das sagte der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Europa habe in der Flüchtlingskrise die Chance, "eine neue Menschlichkeit zu zeigen". Die Kirchen hätten die Aufgabe, die Regierungen an ihre Verantwortung für die Würde dieser Menschen zu erinnern.

Laut Bedford-Strohm waren sich die Vertreter der verschiedenen Kirchen hinsichtlich ihrer Aufgabe einig. Christen hätten nicht nur eine individuelle Verantwortung, sondern auch eine politische. Wenn Europa sich immer wieder auf seine christlichen Wurzeln berufe, müsse dies auch zu sehen sein. Außerdem gehöre dazu mit verantwortlichen Politikern zu reden, ohne dass es öffentlich werde. Das seien mit die effektivsten Gespräche. Genauso aber brauche es öffentliche Erklärungen.

Bedford-Strohm sagte, die in Deutschland vorhandene Bereitschaft zur Hilfe für Flüchtlinge sei eine neue Entdeckung der Gesellschaft gewesen. Diesen "Honeymoon of help" gelte es nun zu bewahren und nachhaltig zu machen. Die Freiwilligen bräuchten dafür die Unterstützung von Hauptamtlichen.

Dialog mit islamischen Gemeinschaften

Die Erzbischöfin aus dem schwedischen Uppsala, Antje Jackelen, erinnerte daran, dass die Flüchtlingskrise nicht schnell vorbeigehen werde. Die Bevölkerung müsse sich auf Veränderungen einstellen. Damit sei die Chance verbunden, für sich selbst wieder neu die Bürgerrechte aktiv zu entdecken und sie nicht nur passiv zu konsumieren. Natürlich seien mit der Aufnahme von Flüchtlingen Lasten verbunden, aber diese Menschen würden auch etwas mitbringen. Der Vorteil der Kirchen sei, dass sie einen langen Blick zurück hätten, aber auch eine Vision für die Zukunft. Wichtig sei zudem der Dialog mit den islamischen Gemeinschaften.

Wenn Europa in der Flüchtlingskrise scheitere, habe das für die ganze Welt negative Auswirkungen, sagte Jackelen. Doris Peschke, Generalsekretärin der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (Brüssel) erinnerte an das schon existierende Resettlement-Programm der EU und forderte, es auszubauen.

Weitere Konsultationen geplant

Die international Verantwortlichen müssten sich endlich um eine Lösung im Konflikt in Syrien kümmern, mahnte Olav Fykse Tveit, der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (Genf). Auch den christlichen Gemeinden in der Region müsse eine Zukunftsperspektive gegeben werden. Das "Desaster" müsse jetzt beendet werden. Zugleich sprach er sich für neue Typen von Kooperationen zwischen den Religionen aus.

Religion dürfe nicht das Vehikel für Krieg sein, sagte der griechisch-orthodoxe Metropolit Gabriel von Nea Ionia und Filadelfia, der von den Anstrengungen berichtete, die seine orthodoxe Kirche zur Versorgung von Flüchtlingen in Griechenland unternehme.

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, der Norweger Tveit, und der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm hatten die Vertreter protestantischer und orthodoxer Kirchen Europas, des Nahen Ostens und Afrikas und der katholischen und anglikanischen Kirche eingeladen. Weitere Konsultationen über den Umgang mit der Flüchtlingskrise seien auch mit Teilnehmern über Europa hinaus geplant, kündigte Tveit an.

(epd, KNA)

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