Kyrill I., Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche
Kyrill I., Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche
Russische Kampfflugzeuge
Russische Kampfflugzeuge

01.10.2015

Russischer Patriarch begrüßt russischen Militäreinsatz in Syrien Erster Schritt Richtung Frieden?

Patriarch Kyrill I., Oberhaupt der russischen Orthodoxie, sieht in der russischen Militärintervention in Syrien einen Schritt hin zu Frieden und Gerechtigkeit. Russland hatte erste Luftangriffe in der Umgebung der Stadt Homs gestartet.

Es sei eine "verantwortliche Entscheidung" Russlands gewesen, Waffen einzusetzen "zur Verteidigung der syrischen Bevölkerung" gegen die Willkür der Terroristen, sagte Kyrill nach Angaben der Nachrichtenagentur "Interfax". Er bete darum, dass der lokale Konflikt nicht in einen größeren Krieg ausarte, so Kyrill.

Orthodoxe Kirche rief wiederholt zur Hilfe für Syrien auf

Wiederholt habe die russische Orthodoxie die eigene Regierung, andere Länder und die Staatengemeinschaft aufgefordert, das Leiden der Zivilisten in Syrien und den Nachbarländern nicht länger zu ignorieren. Da auf politischem Weg keine Verbesserungen erreicht worden seien, bräuchten die Zivilisten der Region nun militärischen Schutz, so der Patriarch.

Er sei betroffen angesichts der Gewalt gegen Christen in Syrien, der Entführung und Ermordung von Bischöfen und Ordensleuten sowie der "barbarischen" Zerstörung antiker Tempel. Auch die muslimischen Bewohner litten unter der aktuellen Lage, sagte Kyrill.

Auch andere Religionsgemeinschaften billigen Einsatz

Unterstützung für den Militäreinsatz erhält Russland auch von muslimischer Seite: Die Gouverneure der russischen Teilrepubliken mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil sowie Russlands Mufti hätten sich hinter die Entscheidung von Staatspräsident Wladimir Putin gestellt, berichtete der Pressedienst "Asianews". Gleiches gelte für Vertreter des Judentums und des Buddhismus. Der russische Interreligiöse Rat zeigte sich hoffnungsvoll, dass Russland "den Terrorismus zerstört und die Rückkehr zum Frieden beschleunigt".

Nach Angaben des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Levada-Zentrum ist die Zustimmung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad in der russischen Bevölkerung in den vergangenen beiden Jahren von 29 auf 36 Prozent gestiegen. Die überwiegende Mehrheit (69 Prozent) lehne jedoch eine Entsendung von Truppen zu seiner Unterstützung ab. Putin hatte den Kriegseintritt Russlands in den Medien mit "nationalen Interessen" begründet. Man wolle nicht abwarten, bis 2.400 russische IS-Kämpfer ihre Heimkehr antreten und den Terrorismus nach Russland brächten.

 

(KNA)

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