Begrüßung für Papst Franziskus in Washington
Begrüßung für Papst Franziskus in Washington

24.09.2015

Leiter der KAS Washington zur Papst-Reise "Franziskus trifft in einen großen politischen Wirbelsturm"

Der US-Kongress ist tief gespalten. Das betont der Leiter der Konrad-Adenauer Stiftung in Washington, Dr. Lars Hänsel. Im Interview mit domradio.de spricht er über die Bedeutung der Kongress-Rede des Papstes.

domradio.de: Der kleine Fiat 500 folgte den schweren Geländewagen des Secret Service. Provokation nennen es die einen, Autentizität die anderen. Auf alle Fälle kommt es ganz gut an bei den Amerikanern, oder?

Dr. Lars Hänsel (Leiter der Konrad Adenauer Stiftung in Washington): Das kann man auf alle Fälle sagen. Der Papst hat hier einen sehr warmen und sehr freundlichen, ja geradezu enthusiastischen Empfang durch viele, viele Amerikaner bekommen. Und dass er da mit so einem kleinen Auto ankommt, das kam bei vielen sehr gut an und wurde als sehr authentisch betrachtet. 

domradio.de: Heute wird Franziskus dann als erster Papst vor dem US-Kongress in Washington sprechen. Wie bewerten das die US-Medien? Positiv?

Hänsel: Auf alle Fälle wird das sehr positiv gesehen. Es ist einerseits Erfolg von John Boehner, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, der den Papst eingeladen hat - Boehner ist selbst auch Katholik. Aber es wird natürlich auch als Erfolg von Barack Obama gesehen, der ja in vielen Fragen auch mit dem Papst übereinstimmt.

domradio.de: Der Papst hat immer gesagt, er möchte sich nicht vereinnahmen lassen. Haben Sie das Gefühl, in den USA gibt es die Lager, die ihn auch gerne für sich gewinnen möchten, vielleicht, um Wahlkampf zu machen?

Hänsel: Zunächst muss man natürlich sehen, dass der Papst hier nicht in einen luftleeren politischen Raum kommt, sondern er trifft einerseits in eine Situation, in der jetzt der Präsidentschaftswahlkampf beginnt. Aber er trifft eben auch auf einen Kongress, vor dem er dann sprechen wird, der tief gespalten ist. Und ich glaube schon, dass die Demokraten und die Republikaner beide in bestimmten Teilen mit dem Papst übereinstimmen und natürlich das herausstellen, was sie mit dem Papst vereint. Bei den Demokraten ist das vor allem natürlich die Klima-Politik, die er angesprochen hat, aber auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit. Es ist auch die Öffnung gegenüber Kuba - er kommt ja gerade aus Kuba. Während bei den Republikanern vor allem das traditionelle Familienbild gut ankommt, wobei es da natürlich auch wieder Einschränkungen gibt. Es gibt auch Kritiker, die den Papst da zu flexbel sehen. Aber auch die Fragen Religionsfreiheit, Haltung gegen Abtreibung, Stammzellenforschung und so weiter - auch die Republikaner haben eine ganze Reihe von Themen, bei denen sie mit dem Papst übereinstimmen. Und die Frage wird natürlich heute sein, wie sie die Rede hören. Ob sie den ideologischen Filter jeweils anlegen oder ob sie die gesamte Botschaft hören, von beiden Seiten. Also der Papst trifft hier wirklich in einen großen politischen Wirbelsturm.  

(dr)

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