Dr. Antonius Hamers
Dr. Antonius Hamers

14.09.2015

Katholisches Büro NRW schockiert über geringe Wahlbeteiligung Ankreuzverantwortung

Der Leiter des katholischen Büros, Antonius Hamers, ist erschüttert über die geringe Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen in NRW. Er appelliert an die Kölner, deren Wahl verschoben wurde, ihr Stimmrecht wahrzunehmen.

domradio.de: In vielen NRW-Städten stehen die Zeichen jetzt auf Wechsel, werten Sie das als eher gut oder schlecht?

Dr. Antonius Hamers (Leiter des katholischen Büros in Düsseldorf): Grundsätzlich gehört der Wechsel mit zur Demokratie dazu. Die Auswahl zu haben und auch einem anderen einmal die Chance zu geben. Das ist glaube ich beste demokratische Tradition.

domradio.de: Ist ein Sieg für die CDU in größeren Städten christlich gesehen etwas Gutes?

Hamers: Ich glaube, dass es überzeugte Christen in allen Parteien gibt oder jedenfalls in den demokratischen Parteien gibt und insofern ist das jetzt nicht allein auf die CDU zu begrenzen.

domradio.de: Schockierend niedrig war an vielen Orten die Wahlbeteiligung, oftmals unter 40 Prozent. Was zeigt das über das Verhältnis Bürger - Kommunalpolitik?

Hamers: Ich war selbst schockiert davon. Ich bin selbst in Münster zur Wahl gegangen und war sehr überrascht über die niedrige Wahlbeteiligung dort. Eigentlich sollte es ja so sein, dass gerade da, wo vor Ort Entscheidungen getroffen werden, die Leute sehr viel mehr motiviert dazu sind, auch an diesen Entscheidungen teilzunehmen. Ich kann das nicht nachvollziehen, nicht zu einer Wahl zu gehen - sei es auf kommunaler Ebene, sei es auf Landes-, Bundes- oder auf Europaebene. Das ist ein ganz wichtiges demokratisches Recht und das muss wahrgenommen werden.

domradio.de: Machen Sie sich Gedanken darüber, warum das nicht passiert?

Hamers: Natürlich muss man sich Gedanken darüber machen, warum Leute dieses wichtige Recht nicht wahrnehmen. Wahrscheinlich werden die meisten Leute, die man danach fragt, einem sagen: 'wir können ja sowieso nichts ändern, ist ja sowieso schon vorher klar, wer gewählt wird', wenn die Mehrheitsverhältnisse klar sind. Aber gerade diese Kommunalwahl hat ja gezeigt, dass es durchaus Überraschungen gibt und dass es durchaus auf jede Stimme ankommt.

domradio.de: Hier in Köln konnten die Bürger gestern nicht wie ursprünglich geplant wählen. Hunderttausende bereits gedruckte Wahlzettel mussten zurückgezogen werden. Die Stimmabgabe wurde auf den 18. Oktober verschoben. Was ist das für ein Signal?

Hamers: Kein Gutes. Dass diese Wahl verschoben worden ist, ist sicherlich richtig, weil diese Wahlzettel eben in einer Art und Weise gestaltet worden sind, dass sie den Anforderungen und damit auch den demokratischen Anforderungen an eine Wahl nicht gerecht werden. Die Leute machen sich wahrscheinlich schon Gedanken darüber, wie kann es dazu kommen, wie wird eine Wahl in dieser Weise schlecht vorbereitet. Das ist sicherlich kein gutes Signal an die Wahlbegeisterung oder die Wahlbereitschaft der Menschen, aber man darf sich davon natürlich nicht beeinflussen lassen.

Man muss natürlich auf jeden Fall zur Wahl gehen und sein demokratisches Recht wahrnehmen - zumal als Christ. Ich kann da nur nachdrücklich für werben. Es ist unsere Aufgabe an der Gestaltung der Gesellschaft uns zu beteiligen, es steht sogar im Katechismus nochmal ausdrücklich drin. Gerade in der Demokratie ist der wesentliche Auftrag oder die wesentliche Möglichkeit, die Gesellschaft mitzugestalten ist, zur Wahl zu gehen. Insofern kann ich nur an alle appellieren, dieses Recht auch wahrzunehmen, verantwortlich wahrzunehmen. Das ist unsere Verantwortung, da mitzuwirken. Demokratie lebt davon, dass Menschen zur Wahl gehen, sich daran beteiligen, das ist ein ganz wichtiger Aspekt, wo wir unsere Verantwortung als Christen in dieser Welt gerecht werden können.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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