Kanzlerin Merkel spricht beim Empfang zum Fastenmonat Ramadan
Kanzlerin Merkel spricht beim Empfang zum Fastenmonat Ramadan
Merkel beim Ramadan-Empfang
Merkel beim Ramadan-Empfang

01.07.2015

Kanzlerin beim Ramadan-Empfang "Gotteshäuser werden zur Zielscheibe"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gegenseitiger Wertschätzung der Religionen aufgerufen. Sie verurteilte Angriffe auf Gotteshäuser in aller Welt und rief Muslime dazu auf, sich von islamistischem Terror zu distanzieren.

In Traditionen wie der des Fastens lasse sich viel Gemeinsames zwischen Menschen aller Religionen entdecken, so Merkel (CDU). Muslime, Juden und Christen hätten gemeinsame Wurzeln, sagte sie bei einem Empfang zum Ramadan am Dienstagabend in Berlin. Die Regierungschefin verurteilte in ihrer Rede Angriffe auf Gotteshäuser der drei Religionen. Auch die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD) und der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, riefen zu mehr Zusammenhalt auf.

Merkel: Der Islam gehört zu Deutschland

"Synagogen werden zur Zielscheibe, Moscheen und auch Kirchen", sagte sie. Diese Angriffe seien ein Anschlag auf Glaubensfreiheit, die Demokratie und das friedliche Miteinander. Es sei "offenkundig", dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre, sagte Merkel. Sie rief zudem Muslime dazu auf, sich von islamistischem Terror zu distanzieren, betonte aber auch, jeder Generalverdacht gegen Muslime verbiete sich.

Bei dem Empfang in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amts, forderte auch Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Özoguz, mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. "Wir leben gemeinsam in einem Land und müssen über Religionsgrenzen hinweg für Vielfalt eintreten", sagte sie. Der Empfang sei ein Bekenntnis zur religiösen Vielfalt in Deutschland.

Bedford-Strohm: Empfang als Signal für Frieden

Dies unterstrich auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der den Empfang als Signal für Frieden, Versöhnung und Toleranz bezeichnete. Er verwies auf das gute Miteinander von Muslimen und Christen in Deutschland. "Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen oder Verunsicherungen ist es wichtig, dass Vertrauen und kurze Wege existieren, damit Nachbarn gute Nachbarn bleiben und nicht Misstrauen oder Feindschaft das Miteinander gefährden und vergiften", sagte der bayerische Landesbischof.

Zugleich äußerte sich Bedford-Strohm jedoch auch besorgt über den Terror des "Islamischen Staates", die mörderischen Anschläge in Frankreich und Kopenhagen sowie die fremden- und islamfeindlichen Entwicklungen in Deutschland. Angesichts dieser Ereignisse sei es notwendig, dass alle Menschen guten Willens gemeinsam dazu beitrügen, die grundlegenden Werte und Übereinkünfte, die das deutsche Gemeinwesen prägten, zu stärken und zu befördern, sagte der bayerische Landesbischof.

Özuguz: Gemeinsam gegen Terror und Ausgrenzung

Die SPD-Politikerin Özoguz sagte: "Wir verurteilen gemeinsam Terror und Anschläge im Namen von Religionen sowie die Ausgrenzung und Vorurteile gegen Menschen unterschiedlichen Glaubens". Leider gehörte es auch 2015 zur traurigen Realität in Deutschland, dass Synagogen, Moscheen und Kirchen Ziel von Anschlägen wurden. "Gerade Phänomene wie Antisemitismus und Islamfeindlichkeit nehmen täglich zu, daher müssen wir stärker auf die Begegnung und den Austausch setzen."

Sie appellierte an die Bevölkerung, in der Nachbarschaft und im Alltag öfter zusammenzukommen. "Die Ramadan-Empfänge sind dafür schöne Anlässe", sagte Özoguz. Denn der Fastenmonat verlange von den Gläubigen Disziplin und Entbehrungen, er sei aber auch die Zeit der offenen Herzen und der Nächstenliebe.

Teilnehmer der Veranstaltung waren unter anderem die Sprecherin des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland, Nurhan Soykan, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster und der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland, Alois Glück.

(epd)

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