Polizei vor dem Asylbewerberheim in Freital am 23.6.15
Polizei vor Asylbewerberheim in Freital
Asylbefürworter vor der Unterkunft in Freital am 23.6.15
Asylbefürworter vor der Unterkunft in Freital
Heiner Koch
Heiner Koch

24.06.2015

Erzbischof Koch hat kein Verständnis für Proteste gegen Flüchtlinge Falsche Adresse

Der Bischof von Dresden-Meißen, Heiner Koch, hat die ausländerfeindlichen Proteste vor dem Asylbewerberheim im sächsischen Freital gerügt. Er rief die Asylkritiker auf, mit ihren Bedenken zu den Politikern zu gehen, aber nicht vor ein Asylheim.

"Ich habe kein Verständnis dafür, wenn verängstigten Flüchtlingen Aggression entgegenschlägt", sagte der künftige Berliner Erzbischof der Katholischen Nachrichten-Agentut (KNA). "Man sollte sich vor Augen halten, wie verletzend es für diese teils traumatisierten Menschen in Not ist, wenn sie mit solch einem Hass konfrontiert werden."

Das sächsische Innenministerium bezeichnete die Vorgänge in Freital als beschämend. Minister Markus Ulbig (CDU) erklärte: "Ausländerfeindliche oder populistische Parolen Einzelner dürfen nicht die Verantwortung unserer Gesellschaft für eine vernünftige und anständige Unterbringung infragestellen." Mit der Einquartierung in dem ehemaligen Hotel "Leonardo" in Freital könnten Flüchtlinge aus ihrer bisherigen Unterbringung in Zelten herausgebracht werden.

Aufgeheizte Stimmung vor Hotel

In besagtem Hotel waren bislang bereits rund 100 Asylbewerber untergebracht. Nachdem die Landesdirektion am Montag offenbar kurzfristig angekündigt hatte, dass weitere 280 Flüchtlinge dort zur Erstaufnahme einquartiert werden sollen, kam es abends zu spontanen Protestaktionen. Rund 100 Asylkritiker demonstrierten vor der Unterkunft. Dem standen rund ein Dutzend Gegendemonstranten gegenüber. Augenzeugen berichteten von einer aufgeheizten Stimmung. Im Internet wurde teils unverhohlen zu Hetze und Gewalt gegen die Asylbewerber aufgerufen.

Am Dienstagabend stellten sich nach Angaben der Polizei etwa 200 dem Protest entgegen und riegelten die Unterkunft ab. Die Polizei trennte beide Gruppen, die sich immer wieder lautstark gegenseitig als "Nazis" oder "Linksfaschisten" beschimpften. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Am späten Abend zogen sich die Gegner der Flüchtlingsunterkunft zurück. Auch die Gegendemonstration löste sich größtenteils auf.

Am Vortag war von verschiedenen Seiten ein fehlendes Einschreiten der Polizei kritisiert worden. In Freital finden seit Anfang März jeden Freitag Aufmärsche gegen die Asylunterkunft des Landkreises statt.

(KNA, dpa)

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