Trauer um Wladyslaw Bartoszewski
Trauer um Wladyslaw Bartoszewski

25.04.2015

Trauer um Polens Ex-Außenminister Bartoszewski Ein engagierter Katholik

Wladyslaw Bartoszewski ist tot. Politiker aus Polen und Deutschland würdigten den Intellektuellen und früheren polnischen Außenminister für seine Verdienste um die Aussöhnung zwischen beiden Ländern.

Polen trauert um seinen früheren Außenminister Wladyslaw Bartoszewski. Das Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski ließ am Samstag die polnische Fahne am Warschauer Präsidentenpalast als Zeichen der Trauer auf halbmast setzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Bartoszewski als "Mann der Weitsicht und des Muts". Er sei "ein unbeugsamer Streiter für Freiheit und für Versöhnung" gewesen, schrieb sie in einem Kondolenztelegramm. Bartoszewski war am Freitag im Alter von 93 Jahren gestorben.

Schon sehr früh habe sich Bartoszewski, der im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern im Konzentrationslager Auschwitz inhaftiert wurde, intensiv den deutsch-polnischen Beziehungen gewidmet, so Merkel. Er habe mit einer besonderen, zuweilen auch streitbaren, Autorität "von uns immer wieder neue Bemühungen um die Stärkung der Bindungen unserer beiden Länder" eingefordert.

Einsatz für deutsch-polnische Versöhnung

Komorowski nannte den Tod Bartoszewskis einen "großen Verlust für Polen". Dieser sei ein vorbildlicher Mensch gewesen, "der sein ganzes Leben in den Dienst für das Vaterland gestellt hat". Im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Kommunismus habe er für die Freiheit Polens gekämpft. Zudem würdigte er seine "große Rolle bei der polnisch-deutschen Versöhnung".

Bartoszewski war nach einem Schwächeanfall in einem Warschauer Krankenhaus gestorben. Über Jahrzehnte zählte der Historiker und Publizist in der Zeit der kommunistischen Diktatur zu den führenden Vertretern der "katholischen Intelligenz" und des demokratischen Widerstands in Polen. 1995 und 2000/2001 war er Außenminister seines Landes. Seit 2007 war er in der Staatskanzlei als Staatssekretär "Bevollmächtigter für den internationalen Dialog", zunächst für Ministerpräsident Donald Tusk, seit vergangenen Jahr für Ewa Kopacz.

Vordenker der polnischen demokratischen Opposition

Bartoszewski, 1922 in Warschau geboren, gehörte 1944 zu den Teilnehmern am Warschauer Aufstand. Nach dem Krieg war er kurze Zeit als freier Journalist tätig. Die Kommunisten steckten den engagierten Katholiken für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung 1954 schrieb er wieder vor allem für die katholische Krakauer Wochenzeitung "Tygodnik Powszechny".

Bartoszewski zählte zu den Vordenkern der polnischen demokratischen Opposition. Er war Generalsekretär des polnischen PEN-Clubs. Von 1982 bis 1989 lehrte er nacheinander am Wissenschaftskolleg Berlin, der Universität München, der Katholischen Universität Eichstätt sowie der Universität Augsburg.

Sein Engagement wurde durch zahlreiche internationale Auszeichnungen gewürdigt, etwa von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. 2001 erhielt er das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, im Jahr 2007 den Internationalen Adalbert-Preis für sein "überragendes politisches Wirken für Europa". Bereits 1986 bekam er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Der Staat Israel verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht.

(KNA)

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