Reinhard Kardinal Marx
Reinhard Kardinal Marx

20.03.2015

Kardinal Marx bleibt Chef der EU-Bischöfe "Eine stabile Wertebasis schaffen"

Kardinal Reinhard Marx bleibt Präsident der EU-Bischofskommission COMECE. Die Vertreter der Bischofskonferenzen aus den 28 EU-Mitgliedstaaten bestätigten Marx in Brüssel für weitere drei Jahre als Vorsitzenden.

Kardinal Reinhard Marx hat Einfluss in Europa und in der Kirche. Er gehört der Reformkommission des Papstes an und ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Bis 2018 bleibt er auch Präsident der EU-Bischofskommission. Marx steht seit 2012 an der Spitze der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE). Die COMECE wird von einem Sekretariat in Brüssel unter der Leitung von Generalsekretär Patrick Daly unterstützt.

Die Frage nach den europäischen Werten sieht Marx als eine der wichtigen Aufgaben seiner zweiten Amtszeit. Eine stabile Wertebasis sei die Grundlage für das Bestehen in Krisen, sagte er am Freitag in Brüssel. Die COMECE werde die Agenda der EU soweit wie möglich sozialethisch, kritisch und positiv begleiten.

Marx: Austritt Griechenlands aus Euro-Zone keine Lösung

Marx äußerte sich auch zur aktuellen Krise in Griechenland. Er sprach sich für den Verbleib des Landes in der Eurozone aus. Es gebe zwar viel ökonomischen Streit über Wege aus der Krise, sagte Marx in Brüssel. "Aus moralischer Sicht halte ich es aber für besser, in Solidarität zusammenzustehen und Wege zu finden, zusammenzubleiben." Es wäre nicht angemessen, einem Land den Austritt zu empfehlen, weil es zu große Probleme bereite, sagte Marx.

Ein Ende der Griechenland-Debatte würde nicht das Ende aller Probleme in Europa bedeuten, unterstrich Marx. Die katholische Kirche habe keine Lösung für die griechische Finanzkrise. Sie könne aber Signale der Unterstützung an die Menschen in Griechenland senden - etwa indem Caritas Europa oder andere Einrichtungen bedürftigen Bürgern Hilfe brächten.

"Stimme der katholischen Kirche in Europa"

Der deutsche Kardinal, der auch Erzbischof von München und Freising ist, war von 2009 bis 2012 COMECE-Vizepräsident und seit 2006 deutscher Vertreter in dem Bischofsgremium. Die deutschen Bischöfe gratulierten ihm zur Wiederwahl an die Spitze der COMECE. Marx sei es in den vergangenen Jahren gelungen, die Bischofskommission mit klaren Positionen als Stimme der katholischen Kirche sicht- und hörbar zu machen, heißt es in einem Glückwunschschreiben von Bischof Norbert Trelle, der stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Darin würdigt Trelle die "guten Kontakte" von Marx zu EU-Spitzenpolitikern, aber auch dessen Einsatz, "wenn es um ethische Debatten oder historische Erinnerungen geht wie vor einigen Monaten beim Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs".

Treffen mit Juncker und Timmermans

Die EU-Bischöfe einigten sich darauf, dass der Präsident künftig nur noch von zwei statt bisher vier Vizepräsidenten unterstützt werden soll. Sowohl Jean Kockerols (56), Weihbischof in Mechelen-Brüssel, wie auch Bischof Gianni Ambrosio (71) von Piacenza-Bobbio wurden erneut in diesem Amt bestätigt.

Die Wahl fand am Ende der dreitägigen Frühjahrsvollversammlung der COMECE statt. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das neue Arbeitsprogramm der EU-Kommission. Zu Beginn der Versammlung am Mittwoch trafen sich die Bischöfe mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans zu einem Austausch über das Arbeitsprogramm der neuen Kommission. Das Treffen sei "ein deutliches Signal, dass die Kommission auch weiter starkes Interesse am Austausch mit den Kirchen" habe, so Marx. Aus Anlass des Weltklimagipfels im Dezember in Paris findet die nächste COMECE-Vollversammlung vom 28. bis 30. Dezember in der französischen Hauptstadt statt.

(KNA)

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