Von Weizsäcker
Von Weizsäcker
Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx

01.02.2015

Religionsvertreter würdigen von Weizsäcker Abschied vom "Bundespräsidenten der deutschen Einheit"

Politiker, Vertreter der großen Kirchen und der jüdischen Gemeinde haben den verstorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker gewürdigt. Der frühere Bundespräsident ist am Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Deutschland trauert um Richard von Weizsäcker. Einer der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit, ist am Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben. "Wir verlieren einen großartigen Menschen und ein herausragendes Staatsoberhaupt", schrieb Bundespräsident Joachim Gauck in einem Kondolenzschreiben an die Witwe Marianne Freifrau von Weizsäcker. Gauck würdigte seinen im In- und Ausland hoch angesehenen Amtsvorgänger als eine "moralische Instanz". Am 11. Februar wird Deutschland mit einem Staatsakt offiziell Abschied nehmen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem großen Verlust. "Wie er von 1984 bis 1994 sein Amt als Bundespräsident ausgeübt hat, das hat Maßstäbe gesetzt." Er habe seinen Intellekt, seine Würde und die Fähigkeit zur klugen Rede in den Dienst der Demokratie gestellt. "Richard von Weizsäcker war eine der wichtigsten und geachtetsten Persönlichkeiten unseres Landes." Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte den Gestorbenen als "zentrale Identifikationsfigur".

Marx lobt Engagement

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bezeichnete ihn als den Bundespräsidenten der deutschen Einheit. "Mit hohem persönlichen Engagement hat er an der Umsetzung der Einheit unseres Landes mitgewirkt", heißt es in einer am Wochenende in Bonn veröffentlichten Stellungnahme.

Von Weizsäcker habe das christliche Erbe lebendig halten wollen, sich für Ökumene eingesetzt und "aus der Kraft des Gebets gelebt und gehandelt". Das ehemalige Staatsoberhaupt war am Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Bedford-Strohm: Eindrucksvolle Person

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte in Meißen, voll Dankbarkeit blicke die EKD auf dessen Leben zurück, "auf dem so viel Segen gelegen hat und von dem so viel Segen ausgegangen ist". Für ihn persönlich und für die evangelische Kirche sei von Weizsäcker eine der eindrucksvollsten Personen der Zeit gewesen.

In seinem großen Engagement für Versöhnung und in mutigem Umgang mit der Schuld habe von Weizsäcker als Protestant Impulse des christlichen Glaubens eindrucksvoll in die Welt getragen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. "In seiner Person hat die Kirche ausgestrahlt, wovon sie spricht." Bedford-Strohm erinnerte an von Weizsäckers Wirken als Mitglied in Organen der EKD sowie im Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Zentralrat der Juden: Rede zum Kriegsende setzte Maßstäbe

Der Zentralrat der Juden in Deutschland würdigte den Verstorbenen als "herausragende Persönlichkeit". Sein Tod sei ein großer Verlust für das ganze Land: "Vor allem mit seiner historischen Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, am 8. Mai 1985, hat er Maßstäbe gesetzt", so der Zentralrat am Sonntag in Berlin. Das Kriegsende als "Tag der Befreiung" zu kategorisieren, habe vor allem der jüdischen Gemeinschaft aus tiefstem Herzen gesprochen. Von Weizsäcker habe damit eine Reflexion und neue Sichtweisen angestoßen und somit "befreiend für die ganze Gesellschaft gewirkt".

Der Diplomatensohn Richard von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte. 1954 trat er in die CDU ein und war von 1964 bis 1970 und von 1979 bis 1981 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, von 1969 bis 1984 Mitglied der Synode und des Rates der EKD sowie des Zentral- und Exekutivausschusses des Weltkirchenrats. 1966 kam er in den CDU-Bundesvorstand. In den Bundestag zog der Vater von vier Kindern 1969 ein.

Die deutsche Teilung erlebte Weizsäcker nicht zuletzt als Regierender Bürgermeister von Berlin in den Jahren von 1981 bis 1984 hautnah. Auch als Bundespräsident ab 1984 setzte er sich für die Aussöhnung mit dem Ostblock und für Gespräche mit der DDR ein.

(dpa, KNA)

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