2500 Teilnehmern aus 140 Ländern haben sich zum Weltwirtschaftsforum angekündigt
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21.01.2015

Papst Franziskus kritisiert menschenverachtendes Wirtschaftssystem Gesprächsstoff für Davos

Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums geißelt Papst Franziskus das Wirtschaftssystem als "menschenverachtend". Inwiefern das soziale Ungleichgewicht Thema in Davos ist, erklärt Sebastian Friese aus dem Erzbistum Freiburg.

domradio.de: Welche Themen werden die Banker, Politiker und Wissenschaftler konkret angehen?

Sebastian Friese (Fachbereich Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg): Das ist ein großes Netzwerktreffen für Manager aus der Wirtschaft, da wird auch hinter den Kulissen viel verhandelt. Auf der Tagesordnung steht ganz oben natürlich die Eurokrise, dann die Abkopplung des Franken vom Euro und die Terrorismusbekämpfung.

domradio.de: Kurz vor dem Weltwirtschaftsforum hat die britische Hilfsorganisation Oxfam eine Studie vorgelegt, die besagt, dass es eine zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich gibt. Wird es auf dem Forum dafür Lösungen geben?

Friese: Das hat Oxfam sehr geschickt und gezielt gemacht und sie haben gezeigt, dass sie wirklich gute Lobbyarbeit machen können. Eine der Co-Vorsitzenden des Forums ist in diesem Jahr die Oxfam-Chefin, Winnie Byanyima aus Uganda. Von daher ist es nicht zufällig, dass die Studie gerade jetzt erschienen.

Ich glaube aber, dass Lösungen nicht erarbeitet werden. Es werden auch keine Papiere verabschiedet. Es ist ja auch kein gewähltes Gremium, sondern es geht in Davos darum Themen zu besprechen, zu diskutieren, Meinungen auszutauschen, Ideen auch vorzuschlagen, Instrumente anzudenken. Ein Masterplan wird nicht erarbeitet, aber dass das Thema "extrem soziale Ungleichheit" überhaupt auf die Tagungsordnung gehoben worden ist, das ist sicherlich ein großer Verdienst von Oxfam und der Oxfam-Chefin aus Uganda.

domradio.de: Papst Franziskus hat gerade auf seiner Asien-Reise die Armut angesprochen. Er nannte es eine "skandalöse soziale Ungleichheit". Kann die katholische Kirche dazu beitragen, dass die Schere zwischen Arm und Reich kleiner wird?

Friese: Das ist wirklich ein ganz großes Anliegen von Papst Franziskus. Ich glaube, zur Lösung beitragen, kann die Kirche mit Appellen. Die Kirche ist ja keine Wirtschaftsberatungsagentur. Sie hat auch keine Patentrezepte und möchte sich da auch nicht politisch einmischen, aber sie kann und sie möchte sozial ethische Kriterien aufzeigen, wie Wirtschaft gestaltet werden sollte, was sich ändern müsste. Dort kann sie appellieren und immer wieder darauf hinweisen. Papst Franziskus tritt da sicherlich - so kann man das vielleicht sagen - auch als "Prophet" auf, der die Stimme der Armen einnimmt und hier auf diese skandalösen Zustände hinweist. Ich glaube, da kann er durchaus den Eliten in den Regierungen, in den Verwaltungen ins Gewissen reden, dass sie wirklich umdenken müssen und schauen müssen, wie man die Armen stärker beteiligt und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Das Interview führte Verena Tröster.

(dr)

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