Aiman Mazyek
Aiman Mazyek

10.01.2015

Muslime laden zur Mahnwache in Berlin Hoffen auf Gauck

Im Gedenken an die Terroropfer von Paris rücken in Deutschland Muslime und Christen, Deutsche und Zuwanderer zusammen. Parteien und Religionsgemeinschaften wollen Zeichen setzen.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland plant nach den Terrorakten in Paris für Dienstag eine Mahnwache für Weltoffenheit und Toleranz in Berlin. Er hoffe, dass die Spitzen des Staates der Veranstaltung beiwohnen, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich war die Veranstaltung, die am Brandenburger Tor stattfinden soll, für Montag vorgesehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine Teilnahme der CDU an der Mahnwache zugesagt. Auch die SPD werde sich beteiligen, teilte die Partei am Samstag mit. Geplant sind Reden sowie eine Kondolenzgeste an die Französische Botschaft in Berlin.

Noch in Planung 

Die Bundestagsparteien planen eine große Solidaritätskundgebung deutscher Politiker mit gesellschaftlichen Gruppen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte den anderen Vorsitzenden öffentlich vorgeschlagen, sich daran zu beteiligen. Die Abstimmung darüber könnte einige Tage brauchen, hieß es am Freitag.

In den Parteien gibt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den Wunsch, dass Bundespräsident Joachim Gauck bei einer solchen Solidaritätskundgebung in Berlin auftritt. Derzeit werde über das Format verhandelt, hieß es am Samstag am Rande der CDU-Vorstandsklausur in Hamburg aus Teilnehmerkreisen. Eine Entscheidung gibt es noch nicht - die Planungen sollen auch bei der Reise unter anderem von Kanzlerin Merkel und Gabriel zur Solidaritätsveranstaltung in Paris an diesem Sonntag fortgesetzt werden.

In mehreren deutschen Städten - darunter Frankfurt, München und Mannheim - versammelten sich am Samstag Hunderte Menschen zum Gedenken an die Opfer der Terrortaten in Frankreich.

Kundgebung mit Merkel 

Nach dem dramatischen Ende der Anti-Terror-Einsätze konzentrieren sich die französischen Ermittler derweil auf die Suche nach möglichen Unterstützern der islamistischen Gewalttäter. In Paris rief Staatspräsident François Hollande am Samstag erneut Minister und Sicherheitsdienste zu einer Krisensitzung zusammen. Auch nach dem Tod der drei Terroristen bleibt Frankreich im Alarmzustand und richtet sich bereits auf einen Solidaritätsmarsch am Sonntag in Paris ein.

An der Kundgebung für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" vom Mittwoch wollen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Sigmar Gabriel, Großbritanniens Premier David Cameron, Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy und sein italienischer Kollege Matteo Renzi teilnehmen. "Es ist ein wichtiges Zeichen deutsch-französischer Freundschaft, dass wir in diesen Stunden zusammenstehen", sagte Merkel in Hamburg.

Unterdessen drohte die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) Frankreich mit weiteren Anschlägen. Es werde neue Angriffe geben, sollte das Land nicht damit aufhören, den Islam, seine Symbole und die Muslime zu "bekämpfen", schrieb die Dschihad-Beobachtungsplattform Site. Sie berief sich auf eine per Video verbreitete Rede von Harith bin Ghasi al-Nadhari, einem der wichtigsten Glaubenshüter der Gruppe.

Nicht nachgeben 

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, rief Frankreich dazu auf, sich dem Islamismus entgegenzustellen. Für Juden in Frankreich seien derzeit fanatisierte, radikale Muslime die größte Bedrohung, sagte Lauder dem "Tagesspiegel am Sonntag". Es handele sich zwar um eine kleine Minderheit innerhalb der muslimischen Gemeinschaft in Frankreich, dennoch dürften Staat und Gesellschaft "keinen Fußbreit nachgeben". Es sei zudem wichtig zu erkennen, dass sich islamischer Fundamentalismus nicht nur gegen Juden und Christen richte, sondern vor allem gegen Muslime.

(dpa, KNA)

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