Pegida-Demo in Dresden
Pegida-Demo in Dresden
Landesbischof Jochen Bohl
Landesbischof Jochen Bohl

27.12.2014

Bischof ruft zum Dialog mit "Pegida" auf "Hoffen auf ein Gespräch"

Seit Wochen demonstriert die "Pegida"-Bewegung in Dresden gegen eine vermeintliche Islamisierung Europas. Der sächsische Landesbischof Bohl ruft zum Dialog mt den Menschen auf.

Mit Blick auf die islam- und ausländerkritische Bewegung "Pegida" hat der evangelische sächsische Landesbischof Jochen Bohl erneut zum Dialog aufgerufen. "Ich hoffe, dass es gelingt, im neuen Jahr ins Gespräch zu kommen", sagte er in Dresden in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bohl regte einen Runden Tisch zu Asylfragen an: "Sicherlich würde die Landeskirche sich daran beteiligen."

Für die Kirche sei es selbstverständlich, dass sie zu Gesprächen bereit sei, unterstrich der Geistliche. "Wir können uns auch vorstellen, Angebote zu unterbreiten." Wie der Staat seine Asyl- und Einwanderungspolitik gestalte, sei eine wichtige Frage, über die geredet werden müsse, fügte Bohl hinzu. Zugleich müssten Christen zu den "Pegida"-Äußerungen "das Notwendige sagen, und in einer Weise, dass es auch gehört wird und Orientierung gibt".

Rund 17.500 Menschen auf der Straße

Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) demonstrieren seit Wochen in Dresden und andernorts gegen eine vermeintliche Islamisierung Europas und die deutsche Flüchtlingspolitik. In der sächsischen Hauptstadt trafen sich am Montag 17.500 Menschen zum Gesang von Weihnachtsliedern.

Kirchenvertreter kritisierten dies als Missbrauch der Weihnachtsbotschaft. "Pegida" stößt unterdessen auf wachsenden Widerstand. Eine Internetpetition für ein "buntes Deutschland" fand binnen weniger Tage rund 30.000 Unterstützer.

Schäuble für bessere Aufklärung der Zuwanderung

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat derweil die Politik aufgefordert, den Nutzen von Zuwanderung besser zu erklären. "So wie uns nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Flüchtlinge und Vertriebene beim Aufbau unseres Land genützt haben und später die Gastarbeiter, so brauchen wir auch heute Zuwanderung", sagte Schäuble in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Samstag) "Aber natürlich müssen wir mit Zuwanderern auch zusammenleben. Das wird unseren Alltag verändern, aber nicht verschlechtern, sondern meistens verbessern", betonte der CDU-Politiker.

Gleichzeitig räumte Schäuble ein, dass der islamistische Terror viele Bürger ängstige: "Wovor sich die Menschen zu Recht fürchten, ist nicht der Islam, sondern der islamistische Terror. Da haben wir aus meiner Sicht in der Politik alles Erdenkliche unternommen und haben ja auch mehrfach Anschläge verhindert. Aber wir müssen weiter wachsam sein."

 

(epd, KNA)

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