Klimakonferenz in Lima
Klimakonferenz in Lima

14.12.2014

Weltklimagipfel einigt sich auf Eckpunkte für Vertrag Eisiger Wind aus Lima

Nach zähem Ringen hat sich die UN-Klimakonferenz in Lima auf Eckpunkte für einen Weltklimavertrag geeinigt. Umweltverbände und Entwicklungsorganisationen haben mit großer Enttäuschung auf die Ergebnisse des Gipfels reagiert.

Peru war seit dem 1. Dezember Gastgeber der 20. Klimakonferenz der Vereinten Nationen. In der Nacht zum Sonntag einigten sich die Vertreter der 195 Staaten auf erste Grundlagen für einen Weltklimavertrag, der den 1997 verabschiedeten Kyoto-Vertrag ablösen soll. Sie verabschiedeten nach zähen Verhandlungen einen Beschlusstext, der aber nur sehr vage Kriterien für die nationalen Klimaschutzzusagen definiert, die im Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen. Umweltverbände sprachen von einem "gefährlich schwachen Text".

"Der Wille, dieses Mal wirklich zu einer Einigung im weltweiten Klimaschutz zu kommen, war zu Beginn der Konferenz deutlich zu spüren", sagt Susanne Breuer, Energie-Referentin des katholischen Hilfswerks Misereor und Beobachterin der Lima-Konferenz. Von diesem Willen zur Einigung war zuletzt wenig zu spüren.

Klimagipfel ging in die Verlängerung

Seit Freitagabend rangen die Staaten darum, wer für die Rettung des Klimas wieviel zahlen soll, und wer wieviel bekommt. Der neue Klimavertrag, der im Dezember 2015 in Paris verhandelt werden soll, soll widerspiegeln, dass auch die Schwellenländer ihren Anteil an die Klimafinanzierung zahlen und sich zu messbaren Reduktionszielen, sprich weniger CO2-Ausstoß, verpflichten. Dies fordern die Industriestaaten, darunter auch die EU. Darum wurde 10 Tage lang aufs Heftigste gerungen. Das sogenannte Kyoto-Protokoll galt nur für die Industriestaaten.

Umstritten war, ob die ärmsten Länder, die bereits jetzt durch den Klimawandel irreversible Schäden davontragen, Anspruch auf einen eigenen Entschädigungsmechanismus haben, wie er noch letztes Jahr in Warschau vorgesehen war. Sowohl das katholische Hilfswerk Misereor als auch das evangelische Werk Brot für die Welt machen sich stark dafür, dass ein solcher Kompensationsmechanismus im Pariser Vertrag eigenständig verankert ist.

"Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Opfer von Klimaschäden mit ihrem Leid von der Weltgemeinschaft alleine gelassen werden", betonte die Klima-Referentin von Brot für die Welt, Sabine Minninger. Allein gelassen würden die armen Länder auch mit den Kosten für Anpassung und Reduktion, bevor im Jahr 2020 der neue Weltklima-Vertrag in Kraft tritt. "Damit das 2-Grad-Ziel noch erreicht werden kann, muss vor 2020 noch einiges geschehen", sagt Breuer.

Katholische Bischöfe fordern Sofortmaßnahmen

Die Notwendigkeit von Sofortmaßnahmen haben auch neun katholische Bischöfe aus Europa, Amerika, Afrika und Asien hervorgehoben, die sich zur Weltklimakonferenz in Lima trafen. Es sei klar, so schreiben sie, dass die Hauptverantwortlichen für den Klimawandel den schwächsten Ländern beistehen müssten bei der Bewältigung deren Schäden und Verluste. Wichtig seien aber nicht nur Klimaziele, sondern auch die Menschenrechte. Die Misereor-Vertreterin fordert, die Folgen von Klimaschutzmaßnahmen für die Menschenrechte beständig zu überprüfen. So könne der Bau eines Wasserkraftwerkes zwar den CO2-Ausstoß mindern, dennoch aber Menschenrechte verletzen, weil Menschen gewaltsam umgesiedelt würden.

Immer wieder haben Vertreter der Hilfswerke dem Gastgeberland Peru eine Widersprüchlichkeit zwischen den umweltfreundlichen Aussagen auf der Weltklimakonferenz und der von der Rohstoffausbeutung geprägten Realität des Andenlandes angeprangert.

Auch die Positionen der Bundesrepublik, die sich gerne als Vorreiter im internationalen Klimaschutz gibt, standen bei den Entwicklungsorganisationen auf dem Prüfstand. Wenn Deutschland einerseits den Atomausstieg beschlossen habe, so fragte ein brasilianischer Projektpartner, warum wolle ein deutsches Unternehmen dann andererseits in Brasilien ein Atomkraftwerk bauen?

(KNA)

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