US-Grenze
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23.11.2014

Kirchen begrüßen Obamas Einwanderungsreform und verlangen mehr Reparatur eines "schadhaften Einwanderungssystems"

US-Präsident Barack Obama hat für seine Pläne zur Einwanderungsreform die Kirchen weitgehend auf seiner Seite. Die katholische und evangelischen Kirchen in den USA haben sich positiv geäußert. Erwartungsgemäß loben auch evangelikale Latinos Obama.

Obamas Vorhaben schütze Familien und Kinder, lobte Bischof Eusebio Elizondo, der Vorsitzende des Migrationkomitees katholischen Bischofskonferenz in den Vereinigten Staaten. Die Maßnahme zugunsten von Einwanderern genüge allerdings noch nicht. Kirchliche Sozialeinrichtungen würden täglich Zeugen der menschlichen Folgen von Ausweisungen, wenn Eltern von ihren Kindern oder Eheleute voneinander getrennt würden, erklärte Elizondo.

Kongress und Präsident müssten jetzt für "dauerhafte Reformen" in der Einwanderungspolitik zusammenarbeiten, sagte der Weihbischof weiter. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Kurtz, sprach von einer notwendigen "menschlicheren Sicht auf Einwanderer". Die betreffenden gesetzlichen Regelung müssten die Würde jeder Person achten, die Menschenrechte schützen und die Rechtsstaatlichkeit wahren.

Der frühere Leiter der bischöflichen Migrationskommission, Bischof Gerald Barnes von San Bernadino, teilte per Twitter mit, die Ankündigung Obamas sei "eine willkommene Erleichterung für viele Familien, die in Angst leben". Eine umfassende Reform bleibe jedoch weiterhin "die beste Lösung".

Die Lutheraner in den USA äußerten sich ähnlich. So begrüßte die Bischofskonferenz der Evangelischen Lutherischen Kirche in Amerika Obamas Plan, kritisierte aber zugleich, er mache Menschen ohne Papiere "den Weg zur Bürgerschaft nicht frei". Der Kongress müsse ein weiterreichendes Gesetz beschließen, um das schadhafte Einwanderungssystem zu reparieren, verlangten die katholischen und die lutherischen Bischöfe.

Bis zu fünf Millionen Menschen betroffen

Obama hatte am Donnerstag angekündigt, er werde per "Exekutiv-Anordnung" Erleichterungen für illegale Einwanderer durchsetzen. Dazu braucht er keine Zustimmung des US-Kongresses. Nach seinen Plänen sollen Eltern, deren Kinder in den USA geboren sind und daher eine US-Staatsbürgerschaft besitzen, vor Abschiebung geschützt werden. Dies soll auch für junge Menschen gelten, die als Kinder ohne Papiere gekommen sind. Die auf drei Jahre befristete Maßnahme betrifft vier bis fünf Millionen der rund elf Millionen Menschen ohne Papiere.

Die Politiker der Republikanischen Partei laufen seitdem Sturm. Die Exekutivanordnung sei rechtswidrig, heißt es. Vertreter evangelikaler Kirchen, die gewöhnlich eher aufseiten der Republikaner stehen, zeigten sich gespalten.

Reform per Dekret sei nicht seine "bevorzugte Methode", sagte der Präsident der evangelikalen "Nationalen hispanischen christlichen Führungskonferenz", Samuel Rodriguez. Allerdings habe Obama einen Versöhnungsprozess angestoßen. Der sei nötig, da der Kongress versagt und das Leben der Migranten auf dem "Altar" der Parteipolitik geopfert habe. Der Präsident der Ethikkommission des Südlichen Baptistenverbandes, Russell Moore, verurteilte Obamas Alleingang am Wochenende in der Onlineausgabe des Wochenmagazins "Time" als unklug und kontraproduktiv. Reformen müssten überparteilich geschehen.

(epd, KNA)

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