21.11.2014

Gröhe bekräftigt Sterbehilfe-Position "Dankbar für Unterstützung der Kirche"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sprach bei der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zum Thema Sterbehilfe. Ein domradio.de-Interview.

domradio.de: Herr Minister Gröhe, Sie haben sich in einer bewegenden Debatte, die der Bundestag neulich geführt hat, ganz klar positioniert: Sie sind gegen jede Form der Suizidbeihilfe und für ein klares Ja für palliative Begleitung. Was haben Sie für die Delegierten im Gepäck?

Gröhe: Vor allem Dank, weil das ja eine Position ist, die uns eint. Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass wir Sterbenden und Schwerstkranken vor allem eins schulden - menschliche Zuwendung und bestmögliche Hilfe.

Und deswegen ist für mich als Bundesgesundheitsminister der Ausbau der Hospizversorgung - der palliativmedizinischen Versorgung - das zentrale Thema, wenn es um menschenwürdiges Sterben in diesem Land geht. Das wurde in den vergangenen Jahren viel erreicht, aber es muss auch noch viel getan werden.

Niemand muss heute mehr mit unsäglichem Leid und Schmerzen sterben, aber die Möglichkeiten der Palliativmedizin stehen nicht überall zur Verfügung. Da sind weitere Anstrengungen nötig. Es gibt immer noch weiße Flecken, wo wir die Palliativ- und die Hospizversorgung ausbauen müssen.

Als Abgeordneter, das trennt sich in dieser Frage, trete ich klar gegen jede organisierte Selbsttötungshilfe ein. Ich hielte das für schlimm, wenn wir einer Stimmung Vorschub leisteten, wo Menschen das Gefühl haben: Ich falle anderen zur Last. Selbsttötungshilfe darf nie so etwas wie eine Behandlungsvariante werden - öffentlich beworben oder von Vereinen angeboten. Und deshalb gibt es von mir ein klares Nein und den Wunsch dieses zu verbieten. Und ein klares Ja zur Positionierung unserer Ärzteschaft, die immer wieder deutlich betont, dass Hilfe zur Selbsttötung keine ärztliche Aufgabe ist.

domradio.de: Haben Sie da Unterstützung aus dem Bereich der katholischen Kirche erfahren?

Gröhe: Ja und dafür bin ich dankbar. Und zwar nicht nur eine Unterstützung im Wort. Das Wort erhält gerade durch das Tun erst Glaubwürdigkeit. Ich habe erst vor wenigen Wochen im traditionsreichen katholischen Hedwigskrankenhaus in Berlin-Mitte eine neue Palliativstation eröffnet. Das heißt, ich erlebe kirchliches und caritatives Tun nicht nur als eine normative Ansage an unsere Gesellschaft,  sondern Gottseidank auch als wirklich gelebte Hilfe.

Das Interview führte Ingo Brueggenjürgen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Weder domradio.de noch das Erzbistum Köln machen sich Äußerungen der Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen zu Eigen.

(DR)

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