Sterbebegleitung
Sterbebegleitung

13.11.2014

Begriffe zur Sterbehilfe Schwierige Debatte

Bis Ende 2015 will der Bundestag eine Regelung zur Suizidbeihilfe verabschieden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die unterschiedlichen Begriffe zur Sterbehilfe und Sterbebegleitung.

Aktive Sterbehilfe: Tötung des Patienten auf dessen ausdrückliches Verlangen durch Eingreifen von außen, meist durch einen Arzt. Gesprochen wird auch von "Tötung auf Verlangen". Sie ist in Deutschland verboten, in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg dagegen unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Indirekte Sterbehilfe: Gabe von Medikamenten, zum Beispiel Schmerzmitteln, bei denen ein vorzeitiger Tod nicht beabsichtigt ist, aber etwa wegen der Schmerzbekämpfung in Kauf genommen wird. Wegweisend in Deutschland war ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 1996: Die Richter stellten klar, dass es erlaubt oder sogar geboten sei, schmerzlindernde Medikamente in einer Dosis zu verabreichen, die als unbeabsichtigte Nebenwirkung die Sterbephase verkürzen könnte.

Passive Sterbehilfe: der Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen oder der Abbruch solcher Maßnahmen. Das können etwa künstliche Ernährung und Beatmung oder der Verzicht auf Behandlung mit Antibiotika sein. Passive Sterbehilfe ist erlaubt, wenn der Patient sich vorab entsprechend geäußert hat oder wenn Maßnahmen - unabhängig vom Patientenwillen - medizinisch wirkungslos oder schädlich sind.

Problematisch ist der Begriff "passive Sterbehilfe", weil er Handlungen umfasst, die nach allgemeinem Verständnis als aktiv zu bezeichnen sind, wie beispielsweise das Abschalten des Beatmungsgerätes. Mittlerweile ist durch Gerichte und die Bundesärztekammer klargestellt, dass Tun und Unterlassen im Rahmen der passiven Sterbehilfe keinen Unterschied bedeuten. Denn der Arzt lässt damit den natürlichen Krankheitsverlauf zu, führt aber nicht den Tod eines Patienten künstlich früher herbei.

Beihilfe zur Selbsttötung: Da eine Selbsttötung in Deutschland nicht belangt wird, ist auch die Beihilfe zum Suizid straffrei. Allerdings können Helfer, etwa Ärzte, anschließend wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden. Auch das ärztliche Standesrecht untersagt eine Beteiligung von Ärzten am Suizid. Debattiert wird, ob eine organisierte Sterbehilfe juristisch verfolgt werden sollte: Durch die Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas und den früheren Hamburger Justizsenator Roger Kusch ist das Problem der gewerblichen oder geschäftsmäßigen Förderung der Beihilfe zur Selbsttötung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.

Die oben genannten Begriffe sind in den vergangenen Jahren von Ethikexperten und dem Deutschen Ethikrat als missverständlich und irreführend kritisiert worden. So beabsichtigten Handlungen der "indirekten Sterbehilfe" keine Hilfe zum Sterben, hieß es. Vielmehr gehe es um palliativmedizinische Maßnahmen wie Schmerzbehandlung und Sedierung, die mit dem Risiko einer durch sie hervorgerufenen Lebensverkürzung verbunden seien. Daher solle der Begriff "indirekte Sterbehilfe" durch "Therapien am Lebensende" ersetzt werden.

Weiterhin wird vorgeschlagen, das Unterlassen oder Abbrechen lebensverlängernder Maßnahmen als "Sterbenlassen" zu bezeichnen, da es sich in manchen Fällen um ein aktives Eingreifen handelt (z.B. das Entfernen einer Magensonde), was durch den Ausdruck "passive Sterbehilfe" nicht deutlich werde. Schließlich wird angeraten, statt von "aktiver Sterbehilfe" von "Tötung auf Verlangen" zu sprechen.

Christoph Arens
(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Samstag, 19.08.2017

Video, Samstag, 19.08.2017:Wochenrückblick Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

0:00 - 6:00 Uhr 
Nachtportal

Mit dem domradio durch die Nacht

Wort des Bischofs - Das Buch

52 Impulse aus dem Jahr 2016 jetzt auch als Buch!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.08.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 07:00 Uhr

Cantica

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Bürgerkrieg und Cholera im Jemen
  • Studie: "Kuschelhormon" kann Fremdenfeindlichkeit sinken lassen
  • Wasserkioske in Afrika
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

08:00 - 08:05 Uhr

Wort des Bischofs

08:10 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:50 - 09:55 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Bürgerkrieg und Cholera im Jemen
  • Studie: "Kuschelhormon" kann Fremdenfeindlichkeit sinken lassen
  • Wasserkioske in Afrika
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

14:00 - 16:00 Uhr

Menschen

16:00 - 17:00 Uhr

Kompakt

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

18:00 - 19:00 Uhr

Kirche und Klassik

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

23:00 - 23:30 Uhr

Cantica

00:00 - 02:00 Uhr

Musica

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar