Gedenken an Mauerfall
Gedenken an Mauerfall

09.11.2014

Gedenken an Mauerfall vor 25 Jahren Ein Tag der Freude und der Erinnerung

28 Jahre lang teilte eine Betonmauer die Stadt, dann fiel sie quasi über Nacht: Berliner und Gäste haben am Sonntag an die historischen Ereignisse vor 25 Jahren erinnert. Auch die Kirchen gedenken des Mauerfalls.

Nach Überzeugung von Bundeskanzlerin Angela Merkel war der Mauerfall vor 25 Jahren ein Vorbild für die Lösung heutiger Konflikte. Die Botschaft von 1989 sei: "Wir haben die Kraft zu gestalten, wir können die Dinge zum Guten wenden", sagte Merkel am Vormittag bei der Eröffnung einer neuen Dauerausstellung in der Mauergedenkstätte Bernauer Straße. Diese Botschaft richte sich auch an die Menschen in der Ukraine, in Syrien, im Irak oder vielen anderen Ländern der Welt, wo Freiheitsrechte bedroht oder mit Füßen getreten würden, betonte Merkel und fügte hinzu: Der Mauerfall strahle eine Botschaft der Zuversicht aus, "heute und künftig weitere Mauern einreißen zu können- Mauern der Diktatur, der Gewalt, der Ideologien, der Feindschaften". Die Bundeskanzlerin unterstrich: "Der Mauerfall hat uns gezeigt: Träume können wahr werden".

In ihrer knapp 20-minütigen Rede erinnerte die Regierungschefin auch an die Opfer der Berliner Mauer und des DDR-Unrechtsregimes. Der Tag der Freude über den Fall der Mauer sei auch immer ein Tag des Gedenkens an ihre Opfer. Wie kein zweites Datum verdichte der 9.November zudem die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Angesichts solcher Ereignisse wie der Novemberpogrome gegen die Juden von 1938 empfinde sie daher nicht nur Freude, sondern auch die Verantwortung, die die deutsche Geschichte insgesamt aufgegeben habe.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erinnerte daran, dass zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer ums Leben kamen. "Wir verneigen uns vor den Opfern der Mauer und vor den vielen Menschen, die als Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in der DDR und allen Ländern des ehemaligen Ostblocks unermessliches Leid erfahren haben", sagte er. Wowereit ging auch auf Kritik ein, die Reste der Berliner Mauer seien nach dem 9. November 1989 zu schnell und zu umfassend beseitigt worden. "Das ist richtig", räumte Berlins scheidender Regierungschef ein und fügte hinzu: "Aber wir alle waren froh, dass sie gefallen ist und die Menschen konnten und wollten sie nach 1989 nicht mehr sehen".

In den Bundesländern entlang der früheren innerdeutschen Grenze wurde ebenfalls mit zahlreichen Veranstaltungen erinnert: Die Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gedachten der historischen Ereignisse bei einem gemeinsamen Festakt im Schweriner Theater. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erinnerten mit einem Festakt in Helmstedt an die Öffnung der innerdeutschen Grenze.

Für den Nachmittag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit zu einem Festakt ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt eingeladen. Höhepunkt der Feierlichkeiten sollte am Abend der Aufstieg von 7.000 mit Helium gefüllten Leuchtballons in den Nachthimmel sein. Bereits seit Freitagabend hatte die sogenannte Lichtgrenze auf einer Länge von 15 Kilometern den ehemaligen Grenzverlauf nachgezeichnet. Nach Angaben von Tourismusexperten waren deutlich über eine Million Besucher bei den Feierlichkeiten dabei.

Kirchen gedenken an Mauerfall

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erinnerte mit einem zentralen Gedenkgottesdienst in Dresden an den Mauerfall. "In einer Situation, in der (...) niemand sonst dem Protest hätte Raum und Stimme geben können, standen die Türen der Kirchen offen", sagte Sachsens Landesbischof Jochen Bohl in der Kreuzkirche. "Im Rückblick auf einen Höhepunkt in der Geschichte der Deutschen sehen wir dankbar, dass zahlreiche unerschrockene Christenmenschen wachsam und nüchtern geblieben waren".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte die Rolle der Kirchen beim Umsturz in der DDR bereits am Samstag gewürdigt. Dabei lobte er, es sei vor allem die evangelische Kirche, der große Verdienste für den gelungenen Wandel zukämen.

Papst Franziskus: "Wir brauchen Brücken, keine Mauern"

Die Öffnung sei zwar ganz plötzlich geschehen, so Franziskus bei seinem Angelus-Gebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Doch lange hätten Menschen dafür gekämpft, gebetet, gelitten und teilweise sogar mit ihrem Leben bezahlt. Franziskus erinnerte auch an die Rolle seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005), der die europäische Teilung immer wieder angeprangert hatte.

Diese sei zwar überwunden, doch immer noch gebe es auf der Welt zu viele Mauern zwischen den Menschen, so der Papst weiter. So würden etwa viele allein wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet. Vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz lud Franziskus dazu ein, für eine "Kultur der Begegnung" zu beten, die das Trennende überwinden könne. "Wir brauchen Brücken, keine Mauern", sagte er.

(dpa, KNA, epd)

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