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29.10.2014

Kuba-Experte zum Neubau einer Kirche "Ein sehr wichtiges Zeichen"

In Kuba wird eine neue katholische Kirche gebaut - es ist der erste Neubau seit 55 Jahren, der vom Staat genehmigt wurde. Die Zeichen zwischen Kuba und dem Vatikan stehen auf Entspannung, sagt Martin Hagenmaier, Kuba-Experte bei Adveniat, im domradio.de-Interview.

domradio.de: Ist der erste genehmigte Neubau einer Kirche wirklich so eine Sensation?

Kuba-Experte Hagenmaier: Das ist schon etwas Besonderes, weil es ein wirklicher Neubau ist. Bisher war es schon möglich, Kirchen wieder herzustellen und zu restaurieren. Denn gerade in den vergangenen Jahren hat sich die Beziehung zwischen Kirche und Gesellschaft gebessert. Doch das Besondere hier ist, dass der Staat ein neues Gelände zur Verfügung stellt - in einer Region, in der es bisher noch gar keine Kirche gibt. In den vergangenen 50 Jahren sind viele Siedlungen entstanden, die Städte sind expandiert. Es gibt tausende Menschen, die neu gebaut haben. Doch oft gibt es in der Nachbarschaft keine katholische Kirche. Der jetzige Neubau ist ein sehr wichtiges Zeichen.

domradio.de: Kirchenhistoriker sprechen im Moment von einer Entspannung zwischen Kirche und Staat, sogar von einer neuen Phase. Stimmt das?

Hagenmeier: Es gibt sicher eine Entspannung. Wann die neue Phase begonnen hat, ist natürlich etwas schwieriger festzumachen. 1998 besuchte Papst Johannes Paul II. das Land. Das war ein Meilenstein in der Beziehung zwischen Vatikan und der kubanischen Regierung. Vor zwei Jahren kam Papst Benedikt XVI., der nochmal nach außen demonstrativ klar gemacht hat, dass hier eine neue Beziehung vorhanden ist. Und auch innerhalb der Insel haben die säkularen staatlichen Medien über diesen Papstbesuch berichtet. Damit kann man sagen - die Kirche ist anerkannt.

domradio.de: Wie geht es den Katholiken auf Kuba?

Hagenmaier: Die Katholiken haben eine sehr schwierige Phase durchgemacht. In Zeiten der Entspannung geht es ihnen besser. Sie leiden natürlich unter den allgemein schwierigen Bedingungen wie alle anderen auch - das Land ist sehr arm und es ist sehr schwierig, dort zu überleben. Aber sie müssen als Katholiken keine besonderen Verfolgungen mehr befürchten. Es gibt immer mehr Menschen, die sich zum katholischen Glauben bekennen. In dem Moment, wo eine Kirche restauriert und fertig gemacht wird, kommen auch wieder mehr Leute zum Gottesdienst. Selbst der Bürgermeister freut sich, wenn so eine Kirche wieder im Dorf präsent ist. Es hat einen Symbolwert, weit über den Kreis der Katholiken hinaus.

Das Gespräch führte Verena Tröster.

(DR)

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