01.10.2014

Ministerpräsidentin Kraft zum Misshandlungsskandal "Ich schäme mich als Christin"

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich gegenüber katholischen Würdenträgern zum Misshandlungsskandal in drei der 20 nordrhein-westfälischen Landesaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge geäußert. Sie schäme sich für die Ereignisse, so Kraft.

Dr. Antonius Hamers, Priester des Bistums Münster, ist am Dienstag vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki gemeinsam mit den Generalvikaren aller fünf (Erz-)Diözesen in Nordrhein-Westfalen offiziell als Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf eingeführt worden. Auf einem Empfang für die Vertreter der katholischen Kirche sprach Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) auch über die Vorfälle in den Flüchtlingsunterkünften: "Ich habe mir nicht vorstellen können, dass in Unterkünften hier bei uns in NRW Flüchtlinge schwer misshandelt worden sind. Ich bin nach wie vor fassungslos, dass so etwas passierten kann. Ich schäme mich dafür, insbesondere auch als Christin. Das ist Menschenliebe, die nicht stattgefunden hat, und es zeigt, dass wir alles tun müssen, um solche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern und alles tun müssen, um das aufzuklären, was dort geschehen ist."

Kraft versprach eine schnelle Aufklärung der Vorgänge und eine Beseitigung der Versäumnisse, die zu den Vorfällen geführt hätten: "Davon dürfen Sie bitte ausgehen, denn wir dulden keine Gewalt gegen Menschen, die hierhergekommen sind, um Schutz zu suchen. Die Kirchen und die Gesellschaft hier in NRW haben gemeinsame Interessen, Flüchtlingen einen Hort der Sicherheit zu bieten."

Weiter kündigte Kraft an, den runden Tisch für Flüchtlingsfragen mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen und der kommunalen Spitzenverbände einzuberufen. Dort solle beraten werden, "was wir in diesem Land noch Besseres tun können. Wie können wir gemeinsam noch mehr dazu aufrufen, die Türen aufzumachen und Sicherheit zu gewährleisten?"

Kraft betonte, die katholische Kirche sei ein bedeutender Dialogpartner für die Politik. Staat und Kirche hätten viele Berührungspunkte, sagte Kraft unter Hinweis auf die Themen Kita, Schule, Sozialfürsorge oder Inklusion. Staat und Kirche müssten sich gemeinsam für die christlichen Werte einsetzen, die auf dem Prüstand seien.

Einführung des neuen Leiters des Katholischen Büros

Zuvor war Dr. Antonius Hamers (44) bei einem Gottesdienst feierlich als neuer Direktor des Katholischen Büros in Düsseldorf eingeführt worden. Der aus dem Bistum Münster stammende Priester leitet seit 1. September die Kontaktstelle der nordrhein-westfälischen Bistümer zu Landtag und Landesregierung.

Der neue Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sagte bei dem Gottesdienst mit Mitgliedern von Landesregierung und Landtag, dass politische Prozesse heute schwierig zu gestalten seien und politisches Handeln risikobehaftet sei. Er bot die aktive Mitarbeit der katholischen Kirche an. Ihre Aufgabe bestehe unter anderem darin, sich für die Werteordnung des Grundgesetzes und der Landesverfassung stark zu machen.

Laschet: Bei der Sorge um Flüchtlinge sind wir eins

An der Feier nahmen auch Landtagspräsidentin Carina Gödecke, ihr Stellvertreter Eckhard Uhlenberg, Familienministerin Ute Schäfer und Justizminister Thomas Kutschaty (beide SPD) sowie der CDU-Fraktionsvorsitzende Armin Laschet teil, der den Kirchen eine gute Zusammenarbeit attestierte: "Wir mögen uns in anderen Dingen streiten – im Kern sind wir uns bei der Sorge um Flüchtlinge eins."

Das Büro der Bistümer Aachen, Essen, Münster, Köln und Paderborn war seit Dezember kommissarisch vom Juristen Burkhard Kämper (52) geleitet worden. Der bis dahin zuständige Leiter, Prälat Martin Hülskamp, hatte aus gesundheitlichen Gründen um Entbindung von seiner Aufgabe gebeten.

Hamers, 1969 in Lennestadt geboren, ist promovierter Jurist. Vor seinem Theologiestudium war er von 1998 bis 2001 Referent beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Köln und Bonn. 2008 empfing er die Priesterweihe. Danach war er in der Pfarrseelsorge tätig. 2011 wurde er Polizeidekan für die Diözese Münster.

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