Münster ganz im Zeichen des Katholikentages
Münster ganz im Zeichen des Katholikentages
Gastgeber-Bischof Felix Genn
Gastgeber-Bischof Felix Genn
Thomas Sternberg
Thomas Sternberg

09.05.2018

Deutscher Katholikentag will Zeichen gegen Fremdenhass setzen Friedenszeichen für eine unfriedliche Welt

"Suche Frieden": Unter diesem biblischen Leitwort steht der Deutsche Katholikentag in Münster. Das fünftägige Event will bis Sonntag Zeichen für Frieden in einer unfriedlichen Welt aussenden.

Zum Auftakt des 101. Deutschen Katholikentages in Münster haben die Veranstalter mehr soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft eingefordert. Der Katholikentag wolle zudem ein Zeichen gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit setzen, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, kurz vor der Eröffnung am Mittwoch in der westfälischen Stadt. Das Christentreffen steht unter dem biblischen Motto "Suche Frieden". Bis Sonntag werden mehrere Zehntausend Menschen zu rund 1.000 Veranstaltungen erwartet.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wollen zahlreiche Bundesminister auf Podien des Katholikentages sprechen. Das Themenspektrum reicht von Klimaschutz über Flüchtlinge, soziale Gerechtigkeit bis hin zu Spiritualität und Glauben.

Genn kritisiert Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran

Der Bischof des gastgebenden Bistums Münster, Felix Genn, kritisierte die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch den US-Präsidenten Donald Trump als "verheerendes Signal". Damit setze der US-Präsident seine unberechenbare Politik fort. Christen dürften an den weltweiten Kriegs- und Konfliktsituationen jedoch nicht verzweifeln, sondern müssten die Friedensbewegung wieder sichtbarer und präsenter machen, erklärte der Münsteraner Bischof.

Schwerpunkte bei den Veranstaltungen des Katholikentags sind laut Sternberg das Verhältnis von Staat, Kirche und Religion sowie der Dialog der Religionen. Kein Staat könne den inneren Frieden dauerhaft bewahren, wenn er sein Verhältnis zu den Religionsgemeinschaften und Gläubigen nicht geklärt habe, sagte der ZdK-Präsident. Mit Spannung wird der Auftritt des AfD-Politikers Volker Münz erwartet, dessen Einladung zu dem Christentreffen bereits seit Wochen kontrovers diskutiert wird.

Seit dem historischen Katholikentag 1990 in Berlin, kurz nach dem Fall der Mauer, hätten nicht mehr so viele Menschen den Weg zum Katholikentag gefunden, sagte Sternberg. Mehr als 50.000 Menschen hätten Dauerkarten, hinzu kämen jetzt schon rund 20.000 Tagesteilnehmer. Nach der Amokfahrt eines 48-jährigen Mannes am 7. April in der Münsteraner Altstadt mit vier Toten spielt das Thema Sicherheit eine besondere Rolle bei dem Christentreffen.

Entwicklungsminister würdigt Engagement der Kirchen

Anlässlich des Katholikentages würdigte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) das entwicklungspolitische Engagement der Kirchen.

"Besonders in Krisengebieten und bei der Notversorgung in den entlegensten Regionen leisten die katholischen und evangelischen kirchlichen Hilfswerke Unverzichtbares." Diese Arbeit sei wichtiger denn je: Noch nie seit Ende des Kalten Krieges habe es so viele bewaffnete Konflikte gegeben. Müller: "Mit den Kirchen kämpfen wir gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und gegen nationale Egoismen und eine zügellose Profitgier. Denn wir leben alle in der Einen Welt und jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde."

Seit 1930 hat kein Deutscher Katholikentag mehr in Münster stattgefunden. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 100. Deutsche Katholikentag fand 2016 in Leipzig statt, 2014 trafen sich die katholischen Laien in Regensburg, 2012 in Mannheim. Zuletzt in Leipzig waren 34.000 Dauer- und 6.000 Tagesgäste zusammengekommen.

 

(epd)

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