Sankt-Paulus-Dom in Münster: Hier wirkte Klaus Winterkamp als Domkapitular
Sankt-Paulus-Dom in Münster

05.05.2018

Kathedrale in Münster ist zentraler Ort beim Katholikentag "Unser Dom ist schön"

Münsters Paulusdom sei immer schön, hat der frühere Bischof Reinhard Lettmann gesagt. Besonders, wenn er mit Menschen gefüllt sei. Das wird der Bau beweisen - beim 101. Deutschen Katholikentag.

Münsters Dom - auf einer kaum merkbaren Erhebung gelegen - bildet seit jeher das Zentrum der Stadt. Von oben gesehen verlaufen alle Altstadtstraßen in Ringform um ihn herum. Der Domplatz, wo mittwochs und samstags einer der schönsten Märkte Deutschlands stattfindet, ist die größte unbebaute Fläche in Münsters Stadtzentrum. Zusammen mit dem keine 100 Meter entfernt liegenden Rathaus des Westfälischen Friedens ist das Gotteshaus mit seiner fast 800-jährigen Geschichte für das Stadtbild das wohl prägendste Gebäude.

Menschenschlange bei der Wiedereröffnung

Anders als so manche Kathedrale kommt der Sankt-Paulus-Dom nicht dunkel und furchteinflößend aufstrebend daher. Zwar wuchtig, aber eher geduckt sowie hell und freundlich wird er die Besucher des 101. Katholikentags vom 9. bis 13. Mai begrüßen.

Gerade fünf Jahre ist es her, dass der Bau innen wie außen umfassend restauriert wurde. Damals mussten die Münsteraner wegen der Bauarbeiten genau 470 Tage auf einen Besuch ihres Doms verzichten und standen Schlange bei der Wiedereröffnung.

Rund 109 Meter ist der Dom lang und 53 Meter breit. Seine beiden Türme sehen von unten gleich aus, doch ist der eine knapp 58 Meter, der andere gerade mal 55,5 Meter hoch. Der helle Sandstein, gewonnen in den etwa 20 Kilometer entfernten Baumbergen, trägt zur optischen Leichtigkeit bei.

Beeindruckende Raumwirkung

Und so präsentiert sich das Gotteshaus auch innen freundlich hell - zumal wenn das Sonnenlicht durch die hohen Fenster der Südfassade scheint. Bei der Restaurierung waren 10.000 Quadratmeter Gewölbe und Wandflächen gereinigt, entkalkt und lasiert worden. Die Raumwirkung nach oben ist beeindruckend. Von hinten nach vorne könnte sie wuchtiger sein. Der Grund: Der Fußboden ist zum Altar hin abschüssig.

Mit dem bloßen Auge sichtbar ist das nicht. Was aber sofort ins Auge fällt, ist die Chistopherus-Figur von 1627. Über fünf Meter ist sie hoch und besonders bei Kindern beliebt.

Geradezu berühmt ist die Astronomische Uhr von 1542. Die Uhrzeit anzuzeigen, ist das wenigste, was sie kann. Sie bietet auch Informationen über Wochentag, Sonnenlauf, Mondphase und Sternbild - für den, der sie lesen kann. Was dagegen jeder versteht, kommt um 12.00 Uhr oben aus einer Klappe heraus: die heiligen drei Könige samt zweier Diener und dem Stern von Bethlehem.

Grabstätte des seligen Bischof Graf von Galen

Im Umgang zum Altarraum findet sich die Grabeskapelle des seligen Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen (1878-1946), der als "Löwe von Münster" gegen das Euthanasieprogramm der Nazis predigte. Seine Botschaft ist hier in Stein gehauen: "Du musst Gott mehr gehorchen als den Menschen." Hier hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch der Stadt am 1. Mai 1987 kniend gebetet.

Noch einen anderen Bischof verehren die Münsteraner im Dom: Reinhard Lettmann (1933-2013). Er leitete mehr als 27 Jahre lang bis 2008 die Geschicke des Bistums. Seine Ruhestätte in der seit der Restaurierung zugänglichen Grabkammer unterhalb des Westchors wird von vielen Gläubigen bis heute besucht.

Lettmann selbst war großer Bewunderer des Doms: "Unser Dom ist schön. Er ist immer schön", schrieb er in einem Beitrag. Am schönsten aber sei er, "wenn er gefüllt ist mit gläubigen Menschen".

"Sinnbild für die Identität dieser schönen Stadt"

Das wird auch der Katholikentag zeigen. Zwar sind Großveranstaltungen vor allem auf dem Domplatz vorgesehen, darunter die Eröffnungsfeier am Mittwochabend und das sich anschließende Fest der Begegnung. Aber auch innerhalb der Kathedrale wird es Konzerte und vor allem Gottesdienste während der fünf Tage im Mai geben.

Münsters Dom hat viele Besucher. Natürlich die, die kunstbeflissen mit "Baedeker" oder Smartphone-App seine Geschichte und Geschichten bestaunen. Natürlich jene, die hier Gottesdienst feiern. Aber auch jene, die mal eben nebenbei ein kurzes Gebet auf dem Weg zur Studienprüfung oder ganz einfach auf der Heimfahrt von der Arbeit sprechen.

Und dann gibt es noch jene Hunderte, für die bei münsterischem "Meimelwetter" der Domdurchgang der trockenste Weg zum Parkhaus ist. Sie alle sind willkommen in dem Gotteshaus, das der amtierende Bischof Felix Genn einmal das "Sinnbild für die Identität dieser schönen Stadt" genannt hat.

Johannes Schönwälder

(KNA)

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