Kirche und Geld
Katholikentag und Münster uneins in Geldfragen

02.06.2017

Katholikentag und Stadt Münster streiten ums Geld Was gehört wem?

Ein Jahr vor dem Katholikentag in Münster streiten die Veranstalter und die Rathausmehrheit um den städtischen Zuschuss. Die Kontroverse entzündet sich um eine vom Katholikentag eingeworbene Spende in Höhe von 100.000 Euro.

Diese kommt von der Stiftung Sparkasse Münsterland Ost, bestätigte Katholikentags-Geschäftsführer Martin Stauch einen Bericht der Westfälischen Nachrichten (Freitag). Diese Summe solle auf die von der Stadt erwarteten Sachleistungen von knapp einer Million Euro angerechnet werden, kritisierte Stauch.

Die Rathausmehrheit aus CDU und Grünen will nach dem Bericht die Sachleistungen der Stadt um die Spende des stadtnahen Unternehmens reduzieren. Der Trägerverein kündigte an, in diesem Fall das Programm kürzen zu müssen. "Wenn der Etat sinkt, müssen wir über Sparmöglichkeiten nachdenken", erklärte Stauch.

Eigene Spenden des Katholikentags

"Der Katholikentag hat aus eigener Kraft Spenden eingeworben, die den Zuschuss der Stadt unserer Meinung nach nicht berühren", sagte Stauch dem Bistumsportal "Kirche-und-Leben.de" aus Münster. Er gehe "weiter davon aus", dass Münster Sachleistungen im Umfang von 982.000 Euro gewährt.

Die Stadt hatte vor zwei Jahren beschlossen, den 101. Katholikentag vom 9. bis 13. Mai 2018 statt mit einem Barzuschuss mit Sachleistungen zu fördern. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Veranstalter kritisierte dies als wenig transparent. Eine konkrete Summe für die Höhe der Sachleistungen wurde bislang nicht beschlossen. Im Raum steht ein Betrag von 982.000 Euro, in der etwa die Nutzung der Halle Münsterland oder Tickets des Verkehrsverbundes eingerechnet werden.

Zuschussentscheidung im Juli

Der Grünen-Fraktionssprecher Otto Reiners warb gegenüber "Kirche-und-Leben.de" um Verständnis für die Überlegungen der Stadtrats-Mehrheit. Nur so lasse sich der Umfang von 982.000 Euro erreichen. Über die endgültige Höhe des Zuschusses werde der Stadtrat am 12. Juli entscheiden.

Stauch bekundete auf Anfrage die Erwartung, dass CDU und Grüne zu der signalisierten Summe stehen. Zugleich betonte er, dass die Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung in "hervorragendem Einvernehmen" verlaufe.

Die Kosten für den Katholikentag belaufen sich nach den Planungen auf 9,3 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund 0,4 Millionen Euro und das Land Nordrhein-Westfalen bis 1,6 Millionen Euro. NRW hat einen Zuschuss von 18 Prozent der von den Veranstaltern veranschlagten Gesamtkosten zugesagt.

(KNA)

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