"Ein liturgisch sehr gefüllter Tag"
"Ein liturgisch sehr gefüllter Tag"
Kardinal Reinhard Marx auf dem St. Michael-Jahresempfang der DBK
Kardinal Reinhard Marx
Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche
Erzbischof Ludwig Schick

25.03.2018

Kardinal Marx und Erzbischof Schick zum Palmsonntag "Ein liturgisch sehr gefüllter Tag"

Am Palmsonntag gedenken Christen des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem. Mit dem Sonntag vor Ostern beginnt die Karwoche zur Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu. Ein Tag also, von "Hosianna" bis "Kreuzige ihn"

Kardinal Reinhard Marx hat am Palmsonntag zum Ende der Gewalt insbesondere in Syrien aufgerufen. In dem Land, das seit Jahren von einem brutalen Krieg heimgesucht werde, kämpften Christen heutzutage ums Überleben. Der Erzbischof von München und Freising mahnte im Liebfrauendom: "Zu Beginn dieser Heiligen Woche rufe ich den Verantwortlichen zu: Stoppt die Gewalt! Macht dem Krieg ein Ende! Schafft Möglichkeiten, der Bevölkerung zu helfen, sie zu unterstützen und medizinisch zu versorgen!"

Blick ins Heilige Land

Marx, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, sagte laut Manuskript weiter: "Am Beginn der Karwoche geht unser Blick wie in jedem Jahr ins Heilige Land, in die Heimat Jesu, nach Jerusalem, wo Jesus gekreuzigt wurde, wo er auferstand." Zum Heiligen Land gehörten jedoch auch Israel und Palästina, Jordanien und Syrien. Überall dort lebten seit der Zeit Jesu Christen.

Der Kardinal betonte: "Wir gehen in dieser Woche mit Jesus seinen Kreuzweg nach. Das können wir nur, wenn wir die Leidenden unserer Zeit nicht übersehen."

Stille Tage hilfreich gegen "Fake News"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die Christen aufgerufen, die Woche vor Ostern zum Innehalten zu nutzen. "Wenn wir erst gut zuhören, überlegen und prüfen und danach erst sprechen, werden Unwahrheiten und Halbwahrheiten, alternative Fakten und 'Fake News' weniger", sagte Schick am Palmsonntag im Bamberger Dom. Die Karwoche sei geeignet, darüber nachzudenken, dass Schweigen Voraussetzung für gutes Hören sei und jedem Reden echtes Zuhören vorausgehen müsse. Die gesetzlich garantierten stillen Tage dürften daher nicht angetastet werden. Sie dienten dem Wohl der Menschen und der Gesellschaft.

Der Palmsonntag sei ein liturgisch sehr gefüllter Tag, ergänzte der Erzbischof. Er reiche vom feierlichen "Hosianna" bis zum "Kreuzige ihn". Ein solcher Wechsel der Gefühle sei oft auch im Alltag zu spüren. Was heute als Lösung der Probleme gelte, werde morgen verurteilt. "Diese Art des 'Heute so und morgen so' verunsichert, macht auch politikverdrossen, lässt resignieren und pessimistisch werden", sagte Schick. "Wir leiden darunter sowohl in unserem privaten Leben als auch in unserer Gesellschaft." Mehr Entschleunigung, Schweigen und Hören könne heilsam sein.

(KNA)

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