27.03.2013

EKD-Ratsvorsitzender kritisiert Proteste gegen Feiertagsruhe „Hemmungslose Egoisten?“

Wenig Verständnis über Demonstrationen gegen das Tanzverbot an Karfreitag zeigt Nikolaus Schneider. „Seid Ihr so hemmungslose Egoisten, dass es nur darauf ankommt, das durchzusetzen, worauf Ihr gerade Lust habt?“, fragt der EKD-Ratsvorsitzende.

„Karfreitag und Ostern sind die zentralen Feste unseres Glaubens“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Er verteidigte das gesetzliche Verbot von Tanzveranstaltungen am Karfreitag. Der gesetzliche Feiertag ermögliche, sich in Ruhe mit Fragen des Sterbens und der Endlichkeit auseinanderzusetzen: „Es tut der Gesellschaft und jedem Einzelnen gut, sich den Dunkelheiten des Lebens zu stellen.“

Schneider äußerte Unverständnis über Demonstrationen Jugendlicher gegen das Tanzverbot. Wer meine, sich am Karfreitag ausleben zu müssen, den solle man fragen, ob stille Feiertage für ihn nicht wichtig seien. Der Theologe fragte: „Seid Ihr so hemmungslose Egoisten, dass es nur darauf ankommt, das mal eben durchsetzen zu können, worauf Ihr gerade Lust habt?“ Er forderte, Rücksicht zu nehmen auf eine öffentliche Kultur, die den Karfreitag als stillen Feiertag bewahrt.

 „Ohne Karfreitag ist Ostern Folklore"

Der EKD-Ratsvorsitzende räumte grundsätzlich ein, dass öffentlicher Protest in der Gesellschaft nötig sei. Er bezweifle aber, ob die Ruhe am Karfreitag eine Freiheitsfrage sei, für die man öffentlich eintreten und sich mit der Kirche anlegen müsse. Schneider forderte die Behörden zu einem angemessenen Handeln auf. „Ich möchte keine Polizei eingesetzt sehen gegen Leute, die meinen, am Karfreitag tanzen zu müssen“, sagte er. Wenn Verstöße gegen das Feiertagsgesetz aber von staatlich subventionierten Einrichtungen wie Theatern organisiert würden, habe der Staat ein Recht zu sagen: „Pass auf, hier gelten die staatlichen Regeln.“

 „Ohne Karfreitag ist Ostern belanglose Folklore, ohne Ostern ist Karfreitag trostlos“, sagte der Theologe. Im Zusammenspiel der Kreuzigung und der Auferstehung von Jesus Christus werde deutlich, dass Gott sich nicht dem menschlichen Leiden entziehe: „Karfreitag ist nicht das Ende, sondern auf Karfreitag folgt Auferstehung.“

Schneider unterstrich, dass der Glaube an die Auferstehung für Christen wesentlich ist. Es gebe Dimensionen, die mit der Methode der Naturwissenschaften nicht zu erfassen seien. Es gebe durchaus auch Naturwissenschaftler, die über naturwissenschaftliche Einsichten zum Staunen und zum Glauben an einen Schöpfergott gekommen sind. „Da lasse ich mich auf physikalische oder biochemische Debatten überhaupt nicht ein“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende: „Klar war das Grab leer.“ Denn Jesus sei ins Leben bei Gott auferstanden.

(epd)

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