Karnevalisten schützen sich mit durchsichtigen Regenponchos vor dem Regen beim Rosenmontagszug
Karnevalisten schützen sich mit durchsichtigen Regenponchos vor dem Regen beim Rosenmontagszug

04.03.2019

Hunderttausende trotzen in Karnevalshochburgen widrigem Wetter Auf die speziellen Verhältnisse zugeschnitten

Die Karnevalisten in NRW haben sich von Sturmtief "Bennet" nicht beirren lassen. Der Kölner Rosenmontagszug ist wie geplant gestartet. Und auch in Düsseldorf und Mainz - allerdings mit Verspätungen und einigen Einschränkungen.

Die Rosenmontagsumzüge in Mainz und Köln haben sich am Vormittag trotz Sturmwarnungen in Bewegung gesetzt, jedoch mit Einschränkungen. Unter dem Motto "Uns Sproch es Heimat" (Unsere Sprache ist Heimat) ist der Kölner Rosemontagszug am Montagmorgen gestartet. Rund 12.000 Kostümierte nahmen nach Angaben der Zugleitung im Zug teil, der als größter Rosenmontagszug in Deutschland gilt. 2.000 Musiker sind in der Domstadt dabei sowie knapp 100 Wagen, von denen Kamelle und Blumensträuße geworfen werden.

In diesem Jahr ist aber einiges ein bisschen anders: Großfiguren, Trageschilder und Fahnen dürften genaus so wie Pferde wegen des Sturms nicht mitgeführt werden, das teilte die Stadt Köln am Sonntag mit. Außerdem würden sicherheitshalber an sämtlichen Tribünen am Zugweg die Verkleidungsplanen und die Dachplanen entfernt, hieß es. Die Stadt hat die Vorsichtsmaßnahmen gemeinsam mit dem Festkomitee Kölner Karneval beschlossen.

"Unser abgestuftes, auf die speziellen Verhältnisse der Kölner Innenstadt zugeschnittenes Sicherheitskonzept ermöglicht es uns, flexibel auf Herausforderungen des Wetters zu reagieren", sagte Alexander Dieper, Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges.

Die Kölner Narren thematisierten im 7,5 Kilometer langen Zug unter anderem den zunehmenden Plastikmüll in den Weltmeeren, der bei einem überdimensionalen Fisch "Nemo" Sorgen und Angstschweiß auslöst. Der Hambacher Forst wird sowohl im Kölner als auch im Düsseldorfer Rosenmontagszug zum Thema. Wie in den Keilereien im Comic Asterix schlagen sich in Köln Mitarbeiter, Anwohner, RWE, Polizei und Aktivisten in einer Demo-Wolke. Die Waldbewohner Hase und Igel fragen sich derweil: "Wat soll der Käu?" (Was soll der Unsinn?). In Düsseldorf frisst ein riesiger Braunkohlebagger die schreienden Bäume.

"Seit Monaten intensiv vorbereitet"

Wegen des Sturms ist der Düsseldorfer Rosenmontagszug erst um 13.30 Uhr gestartet. Das Wetter hat sich etwas beruhigt. Die amtliche Wetter-Warnung dauert jedoch noch an.

Das diesjährige Karnevalsmotto in Düsseldorf lautet "Gemeinsam Jeck". Dort ziehen insgesamt etwa 8.700 Menschen mit im Rosenmontagszug und es rollen rund 120 Motto- und Gesellschaftswagen durch die Straßen. US-Präsident Donald Trump ist dort etwa zusammen mit dem sowjetischen Präsidenten Vladimir Putin als Handpuppen des nuklearen Todes zu sehen. Der rechtspopulistische italienische Innenminister Matteo Salvini säugt als römische Wölfin zwei kahlköpfige Gestalten mit den Namen "Rassismus" und "Nationalismus".

Die Düsseldorfer Narren thematisieren auch den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsskandalen in den eigenen Reihen. Wagenbauer Jacques Tilly nimmt damit auch Bezug auf den Anti-Missbrauchs-Gipfel im Vatikan. So schläft ein Kirchenmann im Ornat eines Kardinals in einer Hängematte zwischen zwei stark gebogenen und angeknacksten Kreuzen. Auf der Hängematte steht als Text: "Schonungslose Aufarbeitung der Missbrauchsfälle!".

Mainz auch ohne Pferd

Bei windigem Wetter und Regenschauern jubelten viele Tausend Menschen den Fastnachtsgruppen in Mainz zu, die eine rund sieben Kilometer lange Schlange bildeten. Aufgrund der Wetterprognose hatten die Verantwortlichen kurzfristig entschieden, dass in diesem Jahr keine Pferde mit auf die Strecke geschickt werden. Auch andernorts gab es wegen des Sturms Einschränkungen bei den Umzügen.

(epd)

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