Als Papst verkleideter Mann im weißen Papstgewand
Als Papst verkleideter Mann im weißen Papstgewand
Mutter und Vater sind als Nonne und Kardinal verkleidet
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Prominenz am Dom: Msgr. Robert Kleine (v. l.), Barbara Schock-Werner, Peter Füssenich
Prominenz am Dom: Msgr. Robert Kleine (v. l.), Barbara Schock-Werner, Peter Füssenich

27.02.2019

Karneval als Mönch, Ordensschwester oder Papst Eine Frage der Geschmacklosigkeit

Im Karneval ist (fast) alles erlaubt. Kostüme, die Menschen und ihre Berufung wie Ordensschwestern, Mönche oder den Papst veräppeln, können die Grenze des guten Geschmacks überschreiten. Das findet auch der Kölner Stadtdechant.

DOMRADIO.DE: An Karneval begegnen uns viele Nonnen, Mönche und Priester. Was sagen Sie dazu?

Msgr. Robert Kleine (Kölner Stadt- und Domdechant): Ich glaube, es ist alles eine Frage des Geschmacks oder der Geschmacklosigkeit. Ich stelle mal grundsätzlich die Frage: Wie verkleiden wir uns? Was für ein Kostüm suche ich mir aus? Da gibt es die einen, die sagen: Ich habe einen Ideenreichtum, ich mache etwas ganz Besonderes. Es gibt die, die sagen: Ich will mit meinem Clownskostüm Freude verbreiten. Oder - wir kennen das aus der Kindheit - das, was ich gerne sein möchte: ein Vorbild, Indianer oder Einhorn - so verkleidet man sich.

Bei den Ordensleuten ist das etwas anderes. Ich glaube, die, die sich so verkleiden, wollen keine Ordensschwester werden. Sondern das ist ein ziemlich einfaches Kostüm, das in den großen Karnevalsläden hängt. Das wirft man einfach über. Manchmal habe ich das Gefühl, es gehört dazu, das zu veräppeln. Dann taucht man als kleine Horde auf oder als Konvent oder Ordensschwester, die manchmal auch noch etwas freizügiger bekleidet ist. Damit werden Ordensleute, die so tagtäglich gekleidet sind, veräppelt. Dazu kommt, dass sehr viel Alkohol getrunken wird. Das finde ich nicht besonders stilvoll.

DOMRADIO.DE: Das ist nicht stilvoll, aber was geht denn gar nicht?

Kleine: Ich würde davon abraten und sagen: Es gibt Menschen, die leben ihre Berufung als Ordensleute und deshalb würde ich das nicht so veräppeln. Sich als Jesus zu verkleiden, als Gekreuzigter, das finde ich schon äußerst geschmacklos. Manchmal trifft das auch auf die Mönchskostüme zu, wenn dann so ein Riesenkreuz oder das Kreuz von der Großmutter aus dem Wohnzimmer mit Corpus um den Hals hängen.

Da sage ich: Es gibt Dinge, die sind anderen heilig. Das ist ein heiliges Symbol. Da ist dann für mich auch eine Grenze überschritten. Wenn sich jemand als Papst verkleidet, wenn das sein Vorbild ist, dann okay. Nicht aber, wenn damit der Papst ins Lächerliche gezogen werden soll. Man kann den Papst kritisieren, auch die katholische Kirche gibt Anlass zu Kritik, aber dann sollte sie auf anderen Wegen geäußert werden. Zum Beispiel kann eine kritische Auseinandersetzung mit der Kirche mit einem Karnevalsmotivwagen erfolgen.

DOMRADIO.DE: Haben Sie schon mal jemanden angesprochen oder mussten Sie mal eingreifen, weil jemand mit so einem Kostüm eine Grenze überschritten hat?

Kleine: Das war letztes Jahr. Da kam eine Gruppe von Bestattern zu einem Besuch nach Köln während des Karnevals und wollten eine Domführung machen. Sie kamen alle in Mönchskutte an. Sie hatten sich nur überlegt: Was gibt es für ein preiswertes billiges Kostüm? Sie haben dann die Kutten gefunden, die man schnell überzieht. Ich habe ihnen gesagt, dass ich um Verständnis bitte, dass Sie mit den Kutten nicht den Dom betreten dürfen.

Wir haben dann sehr gute Gespräche gehabt. Sie haben sich anschließend entschuldigt, dass ihnen das nicht bewusst gewesen sei. Sie hatten dann eine sehr schöne Domführung in Zivil. Es hat nicht jeder einen bösen Willen, der ein solches Kostüm kauft.

DOMRADIO.DE: Wie verkleiden Sie sich denn?

Kleine: Ich habe das Glück, dass ich im Traditionscorps der Altstädter bin. Also ich habe eine Gardeuniform. Aber ich habe auch ein Köbes-Kostüm (kölsches Kellner-Kostüm) gekauft, mit dem ich mir den Spaß mache, dass die Leute bei mir etwas bestellen möchten. Ich gehe aber auch schon mal als Koch. Also Essen und Trinken ist etwas, das mir zusagt.

Das Interview führte Heike Sicconi.

(DR)

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