Der Musiker Clueso (mitte) ist mit auf dem Rosenmontagszug dabei - auf Wagen 23.
Der Musiker Clueso (mitte) ist mit auf dem Rosenmontagszug dabei - auf Wagen 23.
Clueso, Baris Aladag, Eric Benz zu "Alaaf you" im domradio
Clueso, Baris Aladag, Eric Benz zu "Alaaf you" im domradio

08.02.2016

Clueso über Karneval und seinen ersten Rosenmontagszug "Da sind alle eine Einheit"

Der Musiker Clueso war im Rosenmontagszug mit dabei. Auf Wagen 23 warf er laut dem Filmteam von "Alaaf you" Kamelle. Im domradio.de-Interview zeigt sich Clueso von seiner jecken Seite.

domradio.de: Das ist ja für einen Erfurter nicht selbstverständlich, dass man sich für Karneval begeistern kann. Wie kommt das?

Clueso: Ich habe drei Jahre in Köln gewohnt und wir sind direkt in die Severinstraße gezogen, da geht der Karnevalszug vorbei. Ich glaube, in Köln braucht es, auch wenn man vorher ein bisschen kritisch eingestellt ist, weil man aus einer anderen Stadt kommt, keine 30 Minuten, da hast Du verstanden, worum es geht. Dann findet man sich in einem Schwertkampf im Park mit einem kleinen Jungen oder man wird schon morgens um 10 Uhr in der U-Bahn von einer Giraffe eingehenkelt. Dann ist man einfach dabei, das dauert wirklich nicht lang, sich dafür begeistern zu können. Ich hatte sehr viel Spaß in der Zeit, wo ich hier gewohnt habe. Jetzt die Verbindung zu Karneval liegt an dem Film "Alaaf You". Baris Aladag ist der Regisseur und von Eric Benz kam die Idee. Ich kenne beide und sie haben mich gefragt, ob ich die Musik machen möchte.

domradio.de: Du hast gerade die Filmmusik zum Karnevalsfilm "Alaaf you" gemacht, das ist ein Dokumentarfilm, der wirklich toll zeigt, wie vielfältig der Karneval sein kann. Auch der Titeltrack heißt "Kölle Alaaf you". Wie geht man denn da dran, Du bist ja eigentlich kein Karnevalsliedschreiber?

Clueso: Ich habe verschiedene Arten von Musik geschrieben, einmal klassische Filmmusik mit Piano und nem Subbass und ein paar Streichern. Das macht mir sehr viel Spaß, eben nicht in der Clueso-Rolle in Aktion zu treten. Für den Abschlusssong habe ich die Gitarre und E-Gitarre genommen und habe versucht zu umschreiben, was ich erlebt habe, dass man einfach Tag und Nacht nicht mehr unterscheiden kann und auch nicht wichtig ist, wo man herkommt und was man für ne Sprache spricht. Das habe ich in dem Song verarbeitet und das "Alaaf you" ist einfach so eingängig hier. "Alaaf" hört man hier den ganzen Tag, das habe ich dann in den Song eingearbeitet. Das ist natürlich ein bisschen schmissig, aber das sind ja alle Karnevalslieder. Mir gefallen mehr die Karnevalslieder, die von Herzen kommen, nicht solche die "schlageresk" sind, sondern, wo die Liebe zur Stadt durchkommt.

domradio.de: Als Du nach Köln gekommen bist, warst Du 19 Jahre alt, wie war denn der erste Kontakt mit dem Karneval?

Clueso: Das war genau das in der Severinstraße. Wir hatten eine WG mit vielen Künstlern aus aller Welt. Morgens haben alle Englisch gesprochen, damit wir uns besser verständigen können. Wir haben  die Wohnung gerade gemalert gehabt und dann kam der Karnevalsumzug. Karneval hat uns überschwemmt, es gab ein kleines Vordach, da haben wir uns draufgestellt, wurden mit Bonbons beworfen, haben die Dinger erstmal zurückgeworfen, weil wir nicht wussten, was wir damit machen sollen. Dann haben wir die Türen aufgemacht und mit Leuten in der Wohnung musiziert und konnten nach drei Tagen die Wohnung nochmal malern. Das war die erste Begegnung mit Karneval.

domradio.de: Und was war das erste Kostüm?

Clueso: Ich weiß es gar nicht mehr. Ich glaube, wir haben uns irgendwas zusammengebaut aus Sachen, die wir da hatten. Ich weiß, dass einer meiner besten Kumpels, ein Bassist aus England, ein Mexikaner-Kostüm hatte und Handschellen und dazu den Schlüssel verbummelt hatte. Sehr lustig. Karneval hat verschiedene Seiten. Durch die Severinstraße ging ja dann so ein anderer Zug mit Geistern und Jazzkapellen, das fand ich richtig geil. Dann findet man sich in irgendeiner Kneipe wieder und schunkelt, weil kein Platz mehr ist und wird einfach mitgenommen von den Leuten. Das ist schon was anderes, was mir sehr viel Spaß macht, dieses Kollektive. Sonst ist man immer so getrennt für sich, jeder hört vielleicht Musik in der U-Bahn, macht sein eigenes Ding, guckt auf den Boden und da sind alle eine Einheit. Das ist in Köln sowieso nicht so schwer, das ist nochmal anders als in Erfurt, da könnte man sich was abgucken.

domradio.de: Wenn man dann zurückgeht nach Erfurt, kann man das erklären, was da an Karneval stattfindet?

Clueso: Nein, man ist einer von diesen Leuten, die dann kommen und sagen, Karneval ist geil in Köln und die anderen sind genauso ungläubig wie man vorher ungläubig war. Das muss man erleben, das kann man nicht durch Erzählungen nachempfinden, finde ich.

Das Interview führte Heike Sicconi.

(dr)

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