Johannes Paul II.
Johannes Paul II.
Reliquie von Papst Johannes Paul II.
Reliquie von Papst Johannes Paul II.

07.06.2016

Diebstahl von Papst-Reliqiue im Kölner Dom Meisner vermutet religiöses Motiv - Privatpersonen stocken Belohnung auf

Von der gestohlenen Reliquie aus dem Kölner Dom fehlt weiter jede Spur. Der emeritierte Erzbischof Meisner vermutet religiöse Motive der Täter. Derweil haben Privatpersonen die Belohnung für die Wiederbeschaffung des Diebesguts mehr als verdoppelt.

"Ich bin völlig überrascht über dieses private Engagement", sagte Dompropst Gerd Bachner, "aber zugleich natürlich hoch erfreut, dass die Menschen sich so engagieren." Die Reaktion zeige, wie wichtig vielen diese Andachts- und Gedenkstätte des heiligen Papstes sei, sagte Bachner. Das Domkapitel hatte für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung der Reliquie führen, eine Belohnung von 1.500 Euro ausgesetzt. Die privaten Geldgeber stellen nun zusätzlich 200 und 1.500 zur Verfügung, so dass sich eine Summe von 3.200 Euro ergibt.

Die Spender sind dem Dompropst bekannt, wollen aber anonym bleiben. "Zugleich hoffen sie ausdrücklich, dass andere ihrem Beispiel folgen, damit der Druck auf die Täter wächst und die Reliquie bald wieder an ihrem Platz ist", so Bachner. 

Hinweise können unmittelbar an das Domkapitel erfolgen – unter Telefon 0221/ 17940100 oder auch per Mail dompropstei@metropolitankapitel-koeln.de oder an jede Polizeidienststelle."

Meisner: "Der soll unsere Reliquie wieder herausgeben"

Der emeritierte Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner vermutet hinter dem Diebstahl der Blutreliquie ein religiöses Motiv. "Ich kann mir nur vorstellen, dass irgendein irregeleitetes religiöses Gemüt dahintersteckt", sagte Meisner gegenüber "Welt online": "Die Absicht ist ja vielleicht sogar edel - dass man den Heiligen aus irgendeiner religiösen Überhitzung heraus besonders verehren will." Dennoch dürfe man nicht so über die Stränge schlagen.

Meisner kann sich nach eigenen Worten nicht vorstellen, dass die Verehrung dem Täter guttut: "Unrecht Gut gedeihet nicht." Die Reliquie gehöre ihm nicht, sondern dem Volk Gottes im Erzbistum Köln. "Der soll unsere Reliquie wieder herausgeben", forderte der Kardinal, der 2014 als Kölner Erzbischof emeritiert worden war. Er hatte noch am Samstag Abend an der Reliquie gebetet. 

Besucherin bemerkte den Diebstahl am Sonntag

Bisher unbekannte Täter hatten Ende vergangener Woche eine Reliquie des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II. aus dem Kölner Dom entwendet. Der oder die Täter brachen eine gläserne Kapsel aus dem Schaubehälter, einem so genannten Reliquiar. Die Kapsel enthält ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen des heiliggesprochenen Papstes. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Eine Dombesucherin hatte den Diebstahl am frühen Sonntagmorgen bemerkt. Das sogenannte Reliquiar ist etwa 40 Zentimeter groß, aus versilberter Bronze und zeigt Papst Johannes Paul II. gestützt auf den Kreuzstab vor einem der Domportale. Es erinnert an den Papst-Besuch im Kölner Dom 1980. Der Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim hat den Schaukasten gefertigt, der bei dem Diebstahl beschädigt wurde.

Stadtdechant: Diebstahl ist pietätlos

Die Reliquie befand sich seit Dezember 2013 im Kölner Dom. Die Dombauhütte hatte das Reliquiar mit mehrfach gesicherten Verschraubungen in Augenhöhe an der Wand befestigt, damit es auch berührt werden konnte. "Papst Johannes Paul hat die ganze Welt bewegt, als er am Ende seines Lebens seine Schwachheit geduldig bis zum Ende ertrug und damit ein weithin beachtetes Zeichen der Würde setzte", sagte Dompropst Bachner nach dem Vorfall. "Für mich ist der Diebstahl deshalb nicht nur ein pietätloses Vergehen, sondern wie eine Schädigung dieses großen Menschen noch nach seinem Tod." Auch Dom- und Stadtdechant Robert Kleine äußerte sich via Twitter und bezeichnete den Diebstahl als "pietätlos".

Dompropst Bachner hatte noch am Sonntag mit einer Gläubigen gesprochen, die tief betroffen gewesen sei, so Bachner. Sie bete dort regelmäßig an der Reliquie, erklärte er im domradio.de-Interview. Es spende ihr Trost und Kraft für ihr Leben und ihren Glauben. Jetzt müsse sie feststellen, dass dieses Reliquiar leer ist. "Das ist für sie nicht fassbar. Das heißt, es ist nicht nur der Dom betroffen, sondern auch die vielen Betenden", erklärt Bachner.

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