Schwieriges Lavrieren im Dom
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Das Flüchtlingsboot kommt in den Kölner Dom
Das Flüchtlingsboot kommt in den Kölner Dom

31.05.2016

Das Flüchtlingsboot steht im Kölner Dom Das Symbol bleibt

Am Fronleichnamstag diente es noch als Altar: Das Flüchtlingsboot, das der Kölner Kardinal Woelki nach Deutschland gebracht hat. Jetzt steht es als Zeichen für Barmherzigkeit im Kölner Dom.

Es musste schief sein, sonst hätte es nicht gepasst: Die Dombauhütte hatte extra für das kleine Boot eine Konstruktion gebaut, um es in senkrechter Position in den Dom zu rollen. Die Portale der Kathedrale sind nämlich nur knapp 1,60 Meter breit – zu schmal, um das Boot waagerecht hindurch zu zwängen.

Deshalb haben die Mitarbeiter der Dombauhütte einen ganzen Tag lang geschraubt und diese einmalige Konstruktion geschaffen, auf der das Boot in den Dom gezogen wurde – von einem Gabelstapler. Dombaumeister Peter Füssenich war merklich stolz: "Unmögliches macht die Dombauhütte sofort." Langsam und mit viel Fingerspitzengefühl schaffte es das Boot durch das Hauptportal, die Pforte der Barmherzigkeit.

Symbol der Barmherzigkeit

Barmherzigkeit ist das Signal, das auch das Boot ausstrahlen soll, sagte Dompropst Gerd Bachner: "Das Boot steht für die Menschen, die fliehen. Dieses Thema darf uns nicht gleichgültig sein, wir dürfen uns nicht daran gewöhnen." Nachdem auf dem Boot an Fronleichnam die heilige Messe gefeiert wurde, war Kardinal Woelki und Dompropst Bachner wichtig: Das Symbol soll bleiben.

Bis 25. November steht das Boot nun in der Nordturmhalle des Kölner Doms, die dadurch ein Raum der Barmherzigkeit sein soll. "Christus ist gegenwärtig in den Ärmsten der Armen", sagte Bachner mit dem Boot im Rücken, "dafür steht dieses Boot, für Barmherzigkeit. Denn Barmherzigkeit ist immer konkret."

Erst die Krippe wird das Boot ersetzen

Dass das Boot in den Dom kommen konnte, ist ein Gemeinschaftsprojekt: "Der Erzbischof hatte die Idee, der Dompropst den Willen und die Dombauhütte hat eine technische Meisterleistung vollbracht", betonte Dompropst Bachner und spielte damit auf die gemeinsame Aktion von Kardinal Woelki und der Flüchtlingsorganisation MOAS an, durch die das Boot nach Deutschland kam. Es steht als sichtbares Zeichen für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit.

Das Heilige Jahr dauert noch bis Ende November, dem Beginn der Adventszeit. Dann wird das Boot aus der Turmhalle verschwinden und Platz machen: Für die Krippe.

Christoph Paul Hartmann
(DR)

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