Messdiener schwenken Weihrauchfässer während einer Fronleichnamsprozession
Messdiener schwenken Weihrauchfässer während einer Fronleichnamsprozession

18.10.2018

Welche Aufgaben Obermessdiener in der Kirche übernehmen Eine Art Regisseur

Altardienst, Kreuzträger oder Weihrauchfassschwenker: Ministranten haben während eines Gottesdienstes wichtige und vielfältige Aufgaben. Aber gibt es auch jemanden, der das Ganze koordiniert? Klar. Dafür sind die Obermessdiener da.

DOMRADIO.DE: Sie sind selber Obermessdiener: Wenn man das mit dem Theater vergleicht, dann sind Sie quasi der Regisseur. Kann man das so sagen?

Yannik Gran (Theologiestudent und Obermessdiener im Seelsorgebereich am Heumarer Dreieck, Köln): Nicht unbedingt. Regisseur nicht, aber wir kümmern uns natürlich darum, dass die Messe fehlerfrei abläuft und sind quasi für unsere Kleinen da.

DOMRADIO.DE: Was heißt das genau? Was müssen Sie während einer Messe machen?

Gran: Das beginnt sogar schon vor der Messe. Wir kümmern uns darum, dass die Dienste eingeteilt werden. Wir sprechen uns mit dem Pfarrer ab, so dass wir den groben Ablauf erst einmal wissen und dass wir das an unsere Kinder weitergeben können.

In der Messe selbst schauen wir, dass unsere Kinder die Dienste auch wirklich wahrnehmen und ausführen, die wir ihnen vorher aufgetragen haben.

DOMRADIO.DE: Sie stehen dann hinten und geben Anweisungen? Oder sind Sie auch tatsächlich an der Messe beteiligt? Wie läuft das?

Gran: Wir dienen genauso wie unsere kleinen Messdiener. Es ist durchaus mal so, dass wir uns um den Weihrauch kümmern, dass wir das Kreuz tragen - also die größeren Dienste übernehmen. Die Gabenbereitung oder das Schellen übernehmen dann die Kleinen. Wir gucken natürlich, dass sie auch pünktlich klingeln. Man gibt dann einen kleinen Schubser nach rechts oder nach links. Aber ansonsten sind wir voll und ganz dabei.

DOMRADIO.DE: Hat man denn auch einen Lieblingsdienst?

Gran: Den hat man auf jeden Fall. Ich persönlich trage ganz gerne das Kreuz. Es kommt immer ganz darauf an, ob das gerade frei ist. Aber ich mache auch alle anderen Dienste.

DOMRADIO.DE: Aber ist man dann festgelegt für einen bestimmten Dienst oder gibt es so eine Art Dienstplan?

Gran: Nein, das ist immer zu jeder Messe neu. Jedes Mal kommen auch andere Messdiener dran. Man weiß gar nicht, wer überhaupt kommt und dann wird spontan entschieden, wer was macht.

DOMRADIO.DE: Jetzt ist das Ganze nicht bloß ein Hobby, sondern es ist auch eine Art Jugendarbeit für die Kirche. Es sind ungefähr zehn Prozent der Jugendlichen in einer Gemeinde als Messdiener aktiv. Dabei ist es heute nicht mehr so selbstverständlich, wie es früher gewesen ist. Sie haben selbst im Jahr 2010 direkt nach der Erstkommunion angefangen. Wie war das bei Ihnen? Weshalb haben Sie sich für den Ministrantendienst entschieden?

Gran: Früher, muss ich ehrlicherweise sagen, hatte ich noch nicht so einen großen Draht zur Kirche. Ich habe gedacht, ich probiere es einfach mal aus und schaue, was passiert. Nach der Erstkommunion ist es vielleicht auch noch schwer, sich mit dem Glauben zu identifizieren und zu sagen: "Ja, das ist es, was ich machen möchte".

Nachdem ich häufiger bei der Messe gedient habe, habe ich gemerkt, dass es mir auch wirklich etwas bedeutet, in der Messe nahe dabei zu sein. Wenn man vorne am Altar steht, kriegt man das Ganze nochmal aus einer anderen Sichtweise mit.

DOMRADIO.DE: Sie sind nicht nur Obermessdiener, Sie sind auch noch Student. Sie studieren unter anderem Theologie auf Lehramt. Kriegt man das alles unter einen Hut? Gibt es noch genug Zeit fürs Messdienen nebenher?

Gran: Ja, auf jeden Fall. Das Studium läuft ja hauptsächlich in der Woche ab. Wir haben auch in der Woche Leiterrunden, wo wir dann die verschiedensten Aktionen planen. Die meisten Messdiener-Aktionen oder die Messen sind ja auch am Wochenende. In der Woche selbst ist bei uns in der Gemeinde zwar schon Messbetrieb, aber es sind keine Messdiener dabei.

DOMRADIO.DE: Gibt es denn auch interessante Geschichten, die Sie in den Messen erleben?

Gran: Auf jeden Fall. Da passieren die wildesten Dinge. Beispielsweise dass ein Messdiener auch mal aus Versehen das Weihrauchfass schwenkt und dabei alle Kohlen rausfallen. Das Weihrauchfass war dann leer und niemand hatte es bemerkt. Das war mit eines der lustigsten Dinge, die passiert sind.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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