Erster "Preacher-Slam" in Erzdiözese Köln
Weltbischofssynode im Herbst 2018: Jugendliche und ihr Glaube
Magdalena Hartmann
Magdalena Hartmann
Deutsche Teilnehmer des Synoden-Vorbereitungstreffens, darunter Magdalena Hartmann
Deutsche Teilnehmer des Synoden-Vorbereitungstreffens, darunter Magdalena Hartmann

18.03.2018

Deutsche Vertreterin zur Jugend-Vorsynode im Vatikan "Alltag wichtiger als Reizthemen"

300 Jugendliche aus aller Welt diskutieren ab Montag im Vatikan als Vorbereitung zur im Herbst stattfindenden Jugendsynode. Aus Deutschland sind zwei junge Menschen dabei. Magdalena Hartmann erzählt, was sie von der Zeit in Rom erwartet.

DOMRADIO.DE: Was wollten Sie dem Papst immer schon mal sagen?

Magdalena Hartmann (Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz beim Vorbereitungstreffen der Bischofssynode Jugend 2018): Dass er eine klasse Arbeit macht, weil er es schafft die Kirche wieder ein bisschen zu öffnen und alltagstauglicher zu machen. Allerdings glaube ich, dass diese Meinung nicht alle teilen werden.

DOMRADIO.DE: 300 Jugendliche aus aller Welt verfassen diese Woche ein Dokument für den Papst und die Bischöfe. – Worum geht es Ihnen dabei?

Hartmann: Es gibt drei große Themenblöcke für uns. Einer ist die Lebensrealität. Es geht aber auch um die Themen Berufung und pastorale Arbeit. Der Schwerpunkt ist aber tatsächlich unser Blickwinkel als junger Mensch: wie kann man die Kirche für die Jugend wieder attraktiver machen? Wir wissen, was Jugendliche in der Kirche suchen und ein Stück weit auch kritisieren. Diese Meinung werden wir auch mitbringen und einbringen.

DOMRADIO.DE: Bei 300 Jugendlichen gibt es sicher 300 verschiedene Meinungen und Standpunkte. Was ist Ihnen da ganz persönlich wichtig?

Hartmann: Mir ist es besonders wichtig den Glauben wieder in den Alltag zu bringen. Wie kann es gelingen Kirche wieder mehr ins Leben zu holen? Für uns Jugendliche darf der Glaube nicht starr und unabhängig vom eigentlichen Leben stattfinden. Der Glaube findet eben im Leben statt. Konkret ist es zum Beispiel wichtig, mehr geistliche Begleitung für junge Menschen anzubieten, die Pfarrgemeinden wieder aktiver zu machen und die Jugendlichen mehr da abholen, wo sie sind. Auch die Sprache der Kirche muss sich ändern und die Jugend erreichen.

DOMRADIO.DE: Es geht also mehr um den Glauben im Alltag, als um die großen Reizthemen – Zölibat oder Sexualität – die immer diskutiert werden?

Hartmann: Mir persönlich geht es um das konkrete Glaubensleben. Die großen Reizthemen werden oft schnell von den Medien und auch von den Kirchenkritikern rausgeholt. Für uns ist das aber eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Das eigentliche ist das alltägliche Leben, das stattfindet. Das ist mir wichtiger als die Schlagzeilen.

DOMRADIO.DE: Der Vatikan will bei der Synode auch auf die Jugendlichen zugehen, die nicht mehr kirchlich verwurzelt sind. Sie kommen direkt aus der katholischen Jugendarbeit, der Schönstattjugend. Müssen sie sich da nicht auch ein wenig in die andere Seite hineindenken? Die Nicht-Glaubenden?

Hartmann: Auf jeden Fall. Ich habe auch im Vorhinein einige Gespräche geführt mit Nicht-Christen, weil es mir wichtig ist auch deren Meinung mit nach Rom zu nehmen. Es ist aber auch geplant, dass bei den Gesprächen in Rom Menschen zu Wort kommen, die mit dem Glauben nichts zu tun haben, oder sogar aus anderen Religionen kommen, was ich sehr beachtenswert finde.

DOMRADIO.DE: Was erwarten Sie persönlich von einer Woche mit 300 jungen Christen aus aller Welt im Vatikan?

Hartmann: Ich denke, dass wie beim Weltjugendtag ganz verschiedene Lebenswelten aufeinander prallen werden. Das geschieht schon allein, wenn ich zum Beispiel als Jugendliche aus Deutschland mit jemandem aus Burundi oder Südamerika spreche. Ich bin gespannt, ob und wie wir es schaffen diese unterschiedlichen Lebenswelten in ein Dokument zu packen. Das ist eine große Herausforderung, ich halte es aber für möglich diese zu bewältigen. Ich bin gespannt was unsere Gedanken bei der Bischofssynode im Herbst bewegen können, und was davon dann anschließend wie umgesetzt wird.

Das Gespräch führte Matthias Friebe.

(DR)

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