19.12.2017

Erzbistum Hamburg streicht Zuwendungen für katholische Schulen "Akut bestandsgefährdend"

Weil das Erzbistum Hamburg sparen muss, werden künftig auch Zahlungen an die Bernostiftung und ihre vier katholischen Schulen ausfallen. Die Institutionen sind aber auf die Zuwendungen angewiesen. 

Die Zukunft der Bernostiftung und ihrer vier katholischen Schulen in Mecklenburg und Schleswig-Holstein bleibt ungewiss. Das Erzbistum Hamburg habe in einem Gespräch angekündigt, seine jährlichen Zuweisungen an die Stiftung sofort einzustellen, teilte Stiftungsratsvorsitzender Hubert Maus am Dienstag mit.

Lösungsvorschlägen für die Zukunft der Stiftung sowie für notwendige Schulneubauten in Lübeck und Ludwigslust habe die Diözese eine Absage erteilt. "Durch die Entscheidung ist der Bestand der Stiftung und der beiden Schulen in Lübeck und Ludwigslust akut gefährdet", so Maus.

Finanziell vom Erzbistum abhängig

Die Bernostiftung unterliegt als kirchliche Stiftung der Aufsicht des Erzbistums Hamburg und ist auf dessen finanzielle Zuschüsse angewiesen. Im Jahr 2016 flossen beispielsweise rund 780.000 Euro.
Die überschuldete Diözese hatte bereits im Juli entschieden, kein Geld für dringend notwendige Neubauten der Edith-Stein Schule in Ludwigslust und der Johannes Prassek-Schule in Lübeck zur Verfügung stellen.

Die Bernostiftung hatte daraufhin angekündigt, sich vom Erzbistum Hamburg rechtlich und finanziell loszulösen. Laut Maus gibt es inzwischen Signale der Bistümer Osnabrück und Berlin, die Aufsicht über die Stiftung zu übernehmen. Allerdings wolle Hamburg die Bernostiftung nicht aus seiner Aufsicht entlassen, sagte Maus. Auch den Plänen der Stiftung, den Neubau in Ludwigslust mit Hilfe von Zuschüssen des Landes und einem Kredit zu finanzieren, wurde seinen Angaben zufolge eine Absage erteilt.

Wird das Schulgeld erhöht?

Die Diözese will den Angaben zufolge stattdessen die Wirtschaftlichkeit der Schulen der Bernostiftung durch die Unternehmensberatung Ernst & Young untersuchen lassen. Das Unternehmen hatte in den vergangenen drei Monaten bereits die Finanzen des Erzbistums untersucht und ihm eine prekäre wirtschaftliche Lage bescheinigt. "Eine solche Untersuchung begrüßen wir sehr", sagte Maus. Daraus könnten möglicherweise wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Nach seinen Angaben will die Stiftung weiter daran arbeiten, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Denkbar sei, das Schulgeld zu erhöhen, weitere Zuschüsse einzuwerben und Kosten zu reduzieren, sagte Maus. Über das weitere Vorgehen will der Stiftungsrat Anfang des kommenden Jahres beraten.

(KNA)